Meerestechnik-Forschung:

Älteste Metalltonne in südlicher Ostsee gefunden

Sie sieht aus wie ein Mini-U-Boot von Kapitän Nemo, die alte Metalltonne vom Ostseeboden. War sie eine Forschungstonne, die die Anfänge der Strömungsforschung in der deutschen Ostsee markiert?

Michael Mäuslein, Kurator der Sammlungen zur Fischerei am Meeresmuseum Stralsund, nebst der Tonne, die jetzt vor dem Darß gefunden wurde.
Stefan Sauer Michael Mäuslein, Kurator der Sammlungen zur Fischerei am Meeresmuseum Stralsund, nebst der Tonne, die jetzt vor dem Darß gefunden wurde.

Vor dem Darß ist nach Einschätzung von Meerestechnik-Forschern die bislang älteste Metalltonne in der südlichen Ostsee entdeckt worden. Die zwei Meter lange, oval geformte und genietete Tonne sei vermutlich um 1850 entstanden, wie der Kurator für Meerestechnik am Deutschen Meeresmuseum, Michael Mäuslein, am Freitag in Stralsund sagte.

Der aus sogenanntem Puddeleisen - einem Schmiedeeisen - bestehende Schwimmkörper war im Februar 2013 nach Hinweisen des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie vom Mehrzweckschiff „Arkona“ rund zehn Seemeilen nördlich des Darßer Orts vom Meeresgrund geborgen worden. Der Fund habe die Mannschaft überrascht, sagte Dirk Berger, Mitarbeiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Stralsund.

Fundstelle nahe der Darßer Schwelle

Ähnliche vom englischen Dockmeister George Peacock konstruierte Tonnen und Baken seien Mitte des 19. Jahrhundert im Ärmelkanal eingesetzt worden, sagte Mäuslein. Rätselhaft bleibt, wie die Tonne in die Ostsee kam. Denn Nachweise sogenannter Peacock-Tonnen seien bislang für die Ostsee nicht bekannt. „Daher ist der Fund für die Ostsee hisorisch und technisch von überaus großer Bedeutung.“

Die Experten haben verschiedene Theorien: Möglicherweise sei dieses Exemplar in der Ostsee als Forschungstonne eingesetzt worden, um Strömungsverhältnisse zu messen.  Die Fundstelle befinde sich zudem nahe der Darßer Schwelle, wo sich die Strömungsverhältnisse ändern.

An an der Tonne wurden vermutlich Mitte der 1920-er Jahre Schweißarbeiten durchgeführt, wie Berger ergänzte. Deshalb könne es vorstellbar sein, dass erst dann die Tonne vor dem Darß in die Ostsee kam.

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