Freiburger Mordfall:

AfD-Fraktionsvize beschimpft Vater von getöteter Studentin

Auch Tage, nachdem die Polizei im Fall einer ermordeten Studentin in Freibug einen Tatverdächtigen gefasst hat, sorgt der Fall für Diskussionen. Ein AfD-Abgeordneter aus Mecklenburg-Vorpommern griff den Vater des getöteten Mädchens an.

Holger Arppe, Vize-Fraktionsvorsitzender der AfD in Mecklenburg-Vorpommern, sorgte im Freiburger Mordfall für Aufsehen.
Daniel Bockwoldt Holger Arppe, Vize-Fraktionsvorsitzender der AfD in Mecklenburg-Vorpommern, sorgte im Freiburger Mordfall für Aufsehen.

Der stellvertretende Vorsitzende der AfD-Fraktion im Schweriner Landtag, Holger Arppe, hat dem Vater der in Freiburg geöteten Maria L. „pathologische Realitätsverweigerung” vorgeworfen. Grund sind Medienberichte, denen zufolge die Eltern der 19-Jährigen in einer Todesanzeige für ihre Tochter angeblich zu Spenden für die Flüchtlingshilfe aufgerufen haben.

Tatsächlich hieß es in einer in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ veröffentlichten Anzeige lediglich, statt um Blumen bäten die Eltern um Spenden zugunsten einer kirchlichen Initiative in Bangladesch oder einer Freiburger Studenteninitiative. Diese engagiert sich laut Angaben auf ihrer Internetseite auch, aber nicht nur, in der Flüchtlingshilfe. Zudem war die Anzeige bereits am 26. Oktober – also lange vor der Ergreifung des Tatverdächtigen – erschienen.

Die Freiburger Polizei hatte am Sonnabend bekanntgegeben, einen Tatverdächtigen für die im Oktober ermordete Studentin festgenommen zu haben. Dabei handelt es sich um einen 17-jährigen Asylbeweber, der voriges Jahr als unbegleiteter Minderjähriger nach Deutschland eingereist war. Der Fall hatte anschließend für bundesweite Diskussionen über Flüchtlingskriminalität gesorgt.

Urteil wegen Volksverhetzung gegen Arppe noch nicht rechtskräftig

Auf Twitter, wo Arppe seine Schmähungen am Sonntag kundgetan hatte, reagierten zahlreiche Nutzer entsetzt und teilweise ebenfalls beleidigend auf seine Äußerungen. Ein Nutzer erklärte, einen trauerndern Vater zu diffarmieren und zu instrumentalisieren, sei wohl beispielhaft für das Miteinander, das die AfD sich wünsche. Ein anderer schrieb: „Geschmackloser geht's kaum“. Arppe, der innerhalb seiner Fraktion für Kirche, Gleichstellung, Umwelt und Kultur zuständig ist, äußerte sich bei Twitter mehrfach zu dem Fall. So schrieb er etwa auch, Maria L. sei ein Todesopfer von „Kanzlerin Merkels Vernichtungsfeldzug gegen das eigene Volk.“

Arppe hatte bereits früher mit Veröffentlichungen in sozialen Internet-Netzwerken für Aufsehen gesorgt. Er war im Mai 2015 vom Amtsgericht Rostock wegen eines Beitrags auf Facebook wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig; Arppe hat dagegen Beschwerde eingelegt.

Nun äußerte sich Holger Arppe gegenüber dem Nordkurier.

Kommentare (8)

Arppe gehört zu den Luxusbürgern, die nie auf die Idee kommen, vielleicht selbst Kriegsflüchtling zu werden und Hilfe brauchen. Vermutlich deshalb nicht, weil diese heroisch gegen den Kriegsgegner persönlich militärisch zu Felde ziehen (ein aktuelles Argument gegen Kriegsflüchtlinge, vergessend dass unseren Großeltern nicht vorgeworfen wurde Ostpreußen, Sudeten oder Pommern mit Heugabeln, Harken oder Schneebesen gegen russische Panzer zu verteidigen) oder im Mustopfmodus einen Krieg auf deutschem Boden ausschliessen. Letzteres gründet sich auf 71 Jahren Frieden auf deutschem Boden. Ein Blick in die deutsche Geschichte angefangen im Mittelalter reicht um festzustellen, jahrzehntelanger Frieden ist kein Garant für zukünftige Kriege. Auch nicht für innerdeutsche Kriege.

um diese Pietaetlose Auesserung, die ich als AfDler zumindest fuer politisch bloedsinnig halte, moechte ich aber schon darauf hinweisen, was von Seiten der Unterstuetzerkreise und Migrationshelfern aus derStudentenschaft Kirchen,SOD.GRUENEN.Antifa etc. losgelassen wurde. Dort hat man mehr Bedauern dem armen Fkuechtling entgegengebracht, der atf Grund seiner kulturellen sozialen religioesen Situation garnnicht anders konnte. Dort wird der Taeter zum bedauernswerten Opfer stilisiert und die Schuld oder Mitschuld sogar beim Opfer gesucht. Schaut mal bei FB was da fuer irre Posts losgelassen werden. Da ist die Kritik an Arppe einfach ueberzogen.

Herr Arppe hat mit seiner Bemerkung gegenüber den um ihre Tochter trauernden Eltern sogar die unterste Schublade der Rhetorik klar verfehlt. Dafür sollte er sich einfach nur schämen!! Kann so einer Landtagsabgeordneter sein? Bezahlt von unseren Steuergeldern! Ansonsten zeigen sich in dem Arppe-Gezwitscher doch wieder nur die üblichen AfD-Muster: Am rechten Rand fischen. Austesten, was geht und was geht nicht in der politischen Argumentation. Immer schön von der Meinungsvielfalt profitieren, die man doch aber gerne zusammen mit den "System-Medien" abschaffen möchte. Schließlich dann am nächsten Tag zurückrudern und sagen: Das war doch alles nicht so gemeint! Fehlt eigentlich nur noch der übliche Kommentar von Landesssprecher Leif-Erik Holm zu dem Arppe-Tweed. Mein Vorschlag, Herr Holm: "Wir sind eine sehr vielfältige Partei mit einem großen Spektrum an Meinungen, die ich nicht unbedingt alle teilen muss." Solange aber Millionen Deutsche wie im Fall Freiburg beim Thema Ausländer jegliche Differenzierungen vermissen lassen, werden die Kameraden mit dieser Trump-Taktik weiter Wahlsiege einfahren.

Als was wurden sie denn das bezeichnen, was wir nun seit Sept.15 ertragen muessen ? Unterste Schublade dass wir saemtkiche Fest vor uebergriffigen Fahnenfluechtigen schuetzen muessen, dass Frauen u. Maedchen nicht mehr sicher sind ? Nur die letzten 3 Wochen sollten sie zum nachdenken animieren. Ich warte jetzt nur darauf, dass der noch nicht geklaerte Sexualmord bei Endingen auch auf das Konto eines der aus religioesen kulturellen und ethnischen Zuwanderern bestehenden Gruppe gehoert und dievdeshalb ja nuchts dafuer koennen. Ziehen sie mal die Scheuklappen ab und gucken in die reale Welt. Ich bin 70 Jahre und kenne alke Verhaeltnisse seither. Da darf man rhetorisch schon mal uebers Ziel hinausschiessen auch wenn es nichtnmein Stil waere. Wie geschrieben,lesen sie Mal die Posts der Unterstuetzerkreise....davfehtveinem schon der Hut hoch.

es ist schon bedenklich, wie in der heutigen Zeit dank moderner Medien sich jeder via Internet eine Plattform schafft und so seine viel umstrittene Meinung heraus blasen kann, auch in der Erwartung vieler Kommentare, egal ob pro oder contra. Den Post bei Facebook des Herrn Holger Arppe ist natürlich auch für mich fraglich. Was bitte macht den Unterschied zum Spendenaufruf für die Flüchtlingshilfe während einer Trauerfeier oder die Bitte um Geldspenden satt Blumen in einer Sterbeanzeige der Tageszeitung? Bedingt der derzeitigen Situation des Flüchtlingsdramas ist natürlich alles etwas hoch gekocht, aber all das hatten wir schon mal (heimkehrende Flüchtlinge nach dem 2. Weltkrieg aus den östlichen Regionen Ostpreußen, Posen, und Schlesien - Gastarbeiter aus der Türkei, Griechenland, Portugal - Gastarbeiter aus Vietnam, Äthiopien, Mozambique) und alles hatte sich auch wieder entspannt! Ich sehe in all dem jedenfalls keine Gefahr noch eine Bedrohung. Darüber sollte man doch mal in Ruhe nachdenken. Meine persönliche Nachricht an "derfla46@gmx.net": Wenn Sie schon über 70 Jahre alt sind und nach eigener Aussage alles schon erlebt haben sollten, wären Ihnen all diese Probleme doch schon geläufig, oder? Vor allem wäre es ein Fortschritt für alle hier, wenn Sie hier Ihre Kommentare für alle verständlich niederschreiben könnten!!!

....was sind/waren "heimkehrende" Flchtlinge aus Ostpreußen?

nach meinem Wissen die Menschen aus Ostpreußen, die unter Lebensgefahr auf Trecks Ende des II. Weltkriegs vor den Russen geflohen sind.

Es ging um die Begrifflichkeit "Heimkehrer" Auch bestehen keinerlei Ähnlichkeiten zur heutigen Situation!