Verschlossenes Wahllokal :

AfD-Kandidat legt Beschwerde ein

Ein verschlossenes Wahllokal, knappe oder möglicherweise unplausible Ergebnisse: Nach der Landtagswahl kommen einige Beschwerden auf Landeswahlleiterin Doris Petersen-Goes zu. Die erste ist schon eingegangen.

Jens Büttner AfD-Landessprecher Leif-Erik Holm schloss weitere Beschwerden aus seiner Partei nicht aus.

Wegen eines angeblich verschlossenen Wahllokals während der Simmenauszählung nach der Landtagswahl am Sonntagabend hat der Stralsunder AfD-Kandidat Matthias Laack Beschwerde eingelegt. Landeswahlleiterin Doris Petersen-Goes bestätigte am Mittwoch den Eingang einer E-Mail. Laack sagte, das Wahllokal sei 22 Minuten lang nicht zugänglich gewesen, so dass er die Auszählung nicht umfassend habe beobachten können.

Laack kündigte an, er wolle eine Neuauszählung der Stimmen im Wahlkreis Stralsund II verlangen. Für ihn seien nur 56 Stimmen weniger ermittelt worden als für die Gewinnerin des Direktmandates, Ann Christin von Allwörden (CDU). Fehler bei der Auszählung seien möglich, sagte er. Der Ulmer Wahlforscher Andreas Kohlsche hatte in der Ostsee-Zeitung gefordert, grundsätzlich alle Stimmen zweimal auszuzählen. Das Wahlsystem sei "steinzeitmäßig", die Fehlerquote hoch. Das hätten seine Untersuchungen bei Wahlen ergeben.

Es soll noch mehr Beschwerden geben

Kohlsche plädierte dafür, auf jeden Fall auch den Wahlkreis Vorpommern-Rügen I nachzählen zu lassen. Dort hat Susann Wippermann (SPD) das Direktmandat mit einem hauchdünnen Vorsprung von nur fünf Stimmen vor dem CDU-Mann Christian Ehlers geholt. Die Union überlegt noch, ob sie etwas unternimmt, wie ein Sprecher des Kreisverbandes in Stralsund sagte.

Die Beschwerde von Laack wird wohl nicht die einzige bleiben. Petersen-Goes sagte, sie habe einige Ankündigungen per Telefon erhalten.

AfD-Landessprecher Leif-Erik Holm schloss weitere Beschwerden aus seiner Partei nicht aus. In einzelnen Wahllokalen gebe es "unplausible Ergebnisse", zum Beispiel 0 Prozent für die AfD und 20 Prozent für Alfa, sagte er. In allen Wahlbezirken würden sich AfD-Mitglieder nun noch einmal die Ergebnisse anschauen. "Das wird alles keine großen Auswirkungen haben, doch es muss geklärt werden", sagte Holm.

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