Nur einer hat den Mut zur Wahrheit:

AfD-Landeschef streitet mit Ex-Arbeitgeber Antenne MV

Gefeuert oder selbst gekündigt? Das ist die Frage in einer Auseinandersetzung zwischen Leif-Erik Holm und seinem ehemaligen Arbeitgeber Antenne MV.

Der AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm war mal Moderator beim Radio.
Jens Büttner Der AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm war mal Moderator beim Radio.

Wer lügt? Wer sagt die Wahrheit? AfD-Landesvorsitzender Leif-Erik Holm? Oder sein ehemaliger Chef, Robert Weber? Zwischen dem Geschäftsführer des Privatsenders Antenne MV und seinem Ex-Moderator ist ein heftiger Streit entbrannt: Während Holm behauptet, er sei wegen seines politischen Engagements gefeuert worden, beteuert Weber das Gegenteil. Der AfD-Mann habe freiwillig gekündigt, sagte der Geschäftsführer dem Mediendienst kress.de. Die dazugehörige Schlagzeile: Holm stelle sich als Opfer dar.

Am Montag präsentierte der frischgebackene Landtags-Fraktionschef Holm ein Kündigungsschreiben vom 2. Mai 2013. Wörtlich heißt es dort: "Ich nehme Bezug auf unser Telefonat am 21. 04. 2013, in dem Sie mir von Ihrem politischen Engagement für die AfD berichteten. Wir wünschen Ihnen für Ihr politisches Engagement alles Gute. Wie telefonisch besprochen, kündigen wir den mit Ihnen bestehenden Vertrag über die freie Mitarbeit mit Wirkung zum heutigen Tag, hilfsweise zum nächstzulässigen Termin." Holm war am 21. April 2013 zum MV-Spitzenkandidaten seiner Partei für die damalige Bundestagswahl gekürt worden.

Holm hat sich nicht gegen Kündigung gewehrt

"Das habe ich umgehend dem Programmdirektor mitgeteilt. Eine Woche später kam dann das Kündigungsschreiben, das von ihm und Weber unterzeichnet ist", sagte Holm dem Nordkurier. In dem Gespräch am 21. April sei es lediglich um die Information über seine Wahl gegangen. Er könne sich nicht erklären, warum der Antenne-MV-Geschäftsführer jetzt das Gegenteil behaupte. „Ich habe mich allerdings nicht gegen die Kündigung gewehrt“, so Holm.

Auch auf politischen Veranstaltungen der AfD habe er darauf hingewiesen, dass es natürlich ein Problem ist, wenn ein Journalist gleichzeitig eine Spitzenfunktion in einer Partei inne hat, meinte er mit Blick auf die journalistische Unabhängigkeit. "Abenteuerlich ist auch die Behauptung Webers, der Grund für die Kündigung sei meine Tätigkeit bei Beatrix von Storch gewesen. Frau von Storch wurde erst über ein Jahr später EU-Abgeordnete."

Holm wies Spekulationen zurück, wonach er einen Deal mit dem Geschäftsführer ausgehandelt habe. Möglicherweise lief der so: Holm geht freiwillig, wird aber gekündigt, um beim Arbeitslosengeld keine Abstriche hinnehmen zu müssen. "Das ist schon deshalb nicht richtig, weil ich nach der Kündigung nie beim Arbeitsamt war. Schließlich war ich als freier Mitarbeiter selbstständig." Geschäftsführer Weber war am Montag nicht für eine Stellungnahme erreichbar.