Pfefferspray am Infostand:

AfD-Mitglied wegen Reizgas-Attacke angeklagt

Die Partei Alternative für Deutschland (AfD) sorgt erneut für Schlagzeilen: Ein Mitglied ist nun wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt worden. Brisant: Der Beschuldigte ist Polizeibeamter. 

Wieder gibt es Ärger um die AfD.
Bernd Weißbrod Wieder gibt es Ärger um die AfD.

Die Schweriner Staatsanwaltschaft hat ein AfD-Mitglied wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Der 52-Jährige soll auf dem Marienplatz in Schwerin am Rande eines Informationsstandes der AfD zwei Männer von 19 und 20 Jahren mit Pfefferspray besprüht haben, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilte.

Der Vorwurf gegen den Mann, der Polizeibeamter ist, basiert auf Vorfällen vom Mai dieses Jahres. Laut Zeugen hatten die jungen Männer zuvor den Infostand mit Papierkonfetti beworfen, um ihren Protest gegen die politischen Ziele der AfD auszudrücken. Die beiden Männer erlitten bei der Reizgas-Attacke Hautrötungen und beklagten stark brennende Augen.

Tat im Kern eingeräumt

In einem Geschäft in der Nähe kaufte der Beschuldigte den Erkenntnissen zufolge ein ähnlich aussehendes, sogenanntes Tierabwehrspray nach, nachdem er die ursprüngliche Kartusche entsorgt hatte. Der 52-Jährige gab an, ihm sei bewusst gewesen, dass die Polizei nach dem Verbleib der Pfefferspraykartusche fragen würde.

Allerdings versprühte der Beklagte das nachgekaufte Reizgas direkt vor Ort - um es auszuprobieren, wie er später erklärte. Mehrere Passanten bekamen dadurch Hustenanfälle, eine Frau kam mit Kreislaufproblemen ins Krankenhaus.

Laut Staatsanwaltschaft hat das beschuldigte AfD-Mitglied die Tat im Kern eingeräumt. Er sei wegen des Auftretens der beiden Männer und der Konfettiwürfe in Panik geraten.

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