Streit um Escort-Service:

Luft für Afd-Spitzenfrau wird dünner

Die AfD will die Landtagskandidatin Petra Federau nach Medienberichten über einen von ihr betriebenen Escort-Service von Platz drei der Landtagsliste streichen. Das Vertrauen zu Federau sei erschüttert.

Um die Vergangenheit von Afd-Politikerin Petra Federau gibt es Streit in der Partei.
Bernd Wüstneck Um die Vergangenheit von Afd-Politikerin Petra Federau gibt es Streit in der Partei.

Grabenkämpfe in der AfD: Der Landesvorstand fordert den Rücktritt Petra Federaus von der Kandidatenliste für die Landtagswahl im Herbst. Das sagte Landeschef Leif-Erik Holm am Montag dem Nordkurier. Federau war vergangenen Woche bundesweit in die Schlagzeilen geraten, als ihre frühere Tätigkeit als Escort-Agenturbetreiberin bekannt wurde. Federau hatte sich beim jüngsten Parteitag in Demmin Listenplatz drei erkämpft und damit sehr gute Chancen, in den Landtag einzuziehen. Sie gilt als Rechtsaußen im Landesverband.

Holm sprach von einem „Vertrauensverlust“. Federau habe die Mitglieder bei ihrer Bewerbungsrede auf dem Parteitag nicht über ihre Tätigkeit informiert. Die Schweriner Lokalpolitikerin soll laut „Schweriner Volkszeitung“ junge Frauen aus MV angeworben und vermittelt haben – unter anderem an zahlungskräftige Kunden aus dem arabischen Raum.

Sollte Federau der Aufforderung des Landesvorstandes nicht nachkommen, denke man auch über einen neuen Parteitag nach. Dort könnte sie dann abgewählt werden, sagte Holm. Zuvor hatte Federaus Kreisverband Mecklenburg-Schwerin den Landevorstand aufgefordert, sie von der Liste zu streichen. „Man kann zu Recht erwarten, dass nicht nur die Programmatik der Partei uneingeschränkt vertreten wird, sondern auch die Person mit allem Tun und Handeln für die wesentlichen Inhalte der AfD einsteht“, sagte Kreisvorsitzender Thomas de Jesus Fernandes.

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