Deutsch-polnische Zusammenarbeit:

Airport Heringsdorf wird international

Rund 400  000 Euro Subventionen fließen alljährlich in den Betrieb des Flughafens. Nun besiegelte der Landkreis als Gesellschafter eine Zusammenarbeit mit Swinemünde.

Weil der Name Heringsdorf in Polen und im Ausland wenig geläufig ist, steigt nun Swinemünde mit ein. Die Hoffnung: mehr Gäste für beide Orte.
Stefan Sauer Weil der Name Heringsdorf in Polen und im Ausland wenig geläufig ist, steigt nun Swinemünde mit ein. Die Hoffnung: mehr Gäste für beide Orte.

Die Kosten des defizitären Regionalflughafens Heringsdorf auf der Insel Usedom könnten künftig auf mehrere Schultern verteilt werden. Entsprechende Unterstützung stellte am Donnerstag der Stadtpräsident der polnischen Nachbarstadt Swinemünde, Janusz Zmurkiewicz, bei der Unterzeichnung eines deutsch-polnischen Kooperationsvertrages mit dem Landkreis Vorpommern-Greifswald in Zirchow in Aussicht.

Die Absichtserklärung sehe zwar noch keine konkreten Finanzierungsverpflichtungen vor, sagte er. Doch wolle die Stadt den Landkreis als Alleingesellschafter künftig stärker bei der Vermarktung des Flughafens in Polen unterstützen. Nicht auszuschließen sei auch, dass sich die Stadt ab 2016 – ähnlich wie bereits die Gemeinde Heringsdorf seit diesem Jahr – an den Betriebskosten beteiligt.

„Schon heute nutzen viele polnische Touristen und Kurgäste, die an der polnischen Ostseeküste ihren Urlaub verbringen, den Flughafen für die An- und Abreise“, sagte Zmurkiewicz. Es sei jedoch noch wenig bekannt, dass der Landeplatz nur zehn Minuten Autofahrt von Swinemünde entfernt sei. In Polen und auch im Ausland sei der Name Heringsdorf auch wenig geläufig. Eine Namenserweiterung in „Flughafen Heringsdorf-Swinemünde“ als deutsch-polnischer Knotenpunkt könnte daher von Vorteil sein.

Nach der Etablierung einer Europa-Buslinie und der Verlängerung der Usedomer Bäderbahn (UBB) nach Swinemünde sei die Zusammenarbeit im Luftverkehr ein weiterer Schritt zur Vernetzung der Grenzregion, sagte Landrätin Barbara Syrbe (Linke). Der Regionalflughafen sei wegen seiner laufenden Kosten im ohnehin defizitären Landkreis und darüber hinaus zwar nicht unumstritten. Für den Tourismus der Region sei er jedoch unverzichtbar.

Nach Angaben von Geschäftsführer Dirk Zabel reisten im vergangenen Jahr rund 18  500 Fluggäste allein mit Linienflügen über den Regionalflughafen. Hinzu kamen fast 15  000 Nutzer von Geschäfts-, Privat-, Charter- und Trainingsflügen. „Nach 2012 mit fast 20  000 Nutzern war dies das zweitbeste Flugjahr in der Geschichte des Unternehmens“, unterstrich Zabel. Zugleich sei der vorgegebene Kostenrahmen nicht ausgeschöpft worden. Die vom Landkreis geplanten Zuschüsse von 420  000 Euro seien somit nicht komplett abgerufen worden. Die Gemeinde Heringsdorf beteilige sich seit 2015 mit etwa einem Viertel an den Kosten.

Eine stärkere Ausrichtung auf den polnischen Markt könnte dem einzigen deutschen Flughafen in unmittelbarer Grenznähe einen deutlichen Schub geben, sagte Zabel. Vor allem in Swinemünde und auf der Insel Wolin bestehe Interesse an einer ganzjährigen Anbindung an den internationalen Linienverkehr.

In diesem Sommer wird Heringsdorf regelmäßig von Zürich und Bern (Schweiz) sowie von Dortmund, Düsseldorf, Frankfurt/Main, Stuttgart und Köln angeflogen. Die Fluggesellschaften, unter ihnen Germanwings, Skywork Airlines, die lettische Air Baltic und die österreichische Intersky, wollen dafür Maschinen wie die DASH 8 Q-300 mit 50 Plätzen, die ATR 72-600 mit 70 Plätzen und die CRJ 900 mit 90 Plätzen einsetzen.

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