Pillen gegen Stress:

Alarmierend: 92.000 Menschen in MV dopen sich für den Job

Antidepressiva, Betablocker, ADHS-Medikamente - es gibt Menschen, die aufgrund ihrer Krankheit auf diese Pillen angewiesen sind, aber es gibt auch immer mehr gesunde Leute, die diese Mittel nehmen, um dem Druck auf der Arbeit gewachsen zu sein.

Thomas Lehmann/dpa Den Begriff gibt es noch gar nicht so lang: Hirndoping. Immer mehr Menschen glauben, ohne spezielle Medikamente ihrer Arbeit nicht mehr gewachsen zu sein.

Rund 92 000 Berufstätige in Mecklenburg-Vorpommern haben nach Angaben der Krankenkasse DAK schon einmal verschreibungspflichtige Medikamente genommen, um am Arbeitsplatz leistungsfähiger zu sein oder um Stress abzubauen. Derzeit betrieben etwa 14 000 Erwerbstätige im Land regelmäßig und gezielt Hirndoping, teilte die DAK am Donnerstag in Hamburg mit. Für ihren aktuellen Gesundheitsreport hat die Kasse die Daten ihrer Mitglieder um Befragungen ergänzt und das Ergebnis auf alle Berufstätigen in Mecklenburg-Vorpommern hochgerechnet.

Die Studie ist den Angaben zufolge repräsentativ. DAK-Landeschefin Regina Schulz warnte, auch wenn Doping im Job noch kein Massenphänomen sei, seien die Ergebnisse ein Alarmsignal. Häufig würden für das Job-Doping Betablocker und Antidepressiva eingesetzt, aber auch Wachmacher und ADHS-Pillen – Medikamente also, die eigentlich zur Behandlung von Krankheiten eingesetzt werden.

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