Zwölf Vögel getötet:

Alle Störche im Zoo Rostock an Vogelgrippe erkrankt

Wegen des Auftretens der Vogelgrippe sind alle Weißstörche im Rostocker Zoo getötet worden. Agrarminister Backhaus kündigte an, dass der Fall auch Auswirkungen auf die Stallpflicht in Risikogebieten haben werde. Der Zoo ist vorerst geschlossen.

Ein Weißstorch. Im Rostocker Zoo waren alle diese Vögel im dem Vogelgrippe-Virus infiziert.
dpa Ein Weißstorch. Im Rostocker Zoo waren alle diese Vögel im dem Vogelgrippe-Virus infiziert.

Alle zwölf Weißstörche im Rostocker Zoo sind mit dem Vogelgrippevirus infiziert gewesen. Das haben erste Analysen ergeben, wie das Agrarministerium in Schwerin am Freitag mitteilte. Eine amtliche Bestätigung, ob es sich um H5N8 handelt, stehe allerdings noch aus. Sämtliche etwa 500 Vögel des Zoos würden nun untersucht.

Der Zoo bleibt bis zur Auswertung der Laborproben bis einschließlich kommenden Montag geschlossen. In den vergangenen Tagen waren dort drei Störche verendet und neun vorsichtshalber getötet worden, zudem 25 im selben Stall untergebrachte Enten und fünf Gänse.

Stallpflicht im ganzen Stadtgebiet

"Von einer weiteren Tötung wird vorerst abgesehen, da im Zoo seltene Vogelarten leben, die unter besonderem internationalen Schutz stehen", sagte Agrarminister Till Backhaus (SPD). Bei weiteren Nachweisen des Vogelgrippevirus könne sich das ändern.  

Derzeit sammeln vier Teams unter anderem mit Mitarbeitern des Veterinäramtes Rostock, des Zoos und des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) Proben im Zoo sowie bei Hobbyhaltungen im Umkreis von einem Kilometer ein. Für das gesamte Stadtgebiet wurde die Stallpflicht ausgerufen. "Wir setzen derzeit alles daran, die möglichen Eintragswege nachzuvollziehen", sagte Backhaus.

Noch unklar, wie der Virus in den Zoo kam

Am Freitag wurde bekannt, dass die Störche zwischen dem 18. und 28. Dezember Auslauf und Zugang zu freien Wasserflächen im Zoo hatten. Damit sei nicht gegen Auflagen verstoßen worden, hieß es. Dies sei aber eine weitere Eintragsmöglichkeit. Bisher ist unklar, wie das Virus in den Zoo kam. Die bis zum Freitagnachmittag untersuchten 20 Futterproben, fast ausschließlich von Eintagsküken, fielen laut Ministerium alle negativ aus.

Störche sind nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts empfänglicher für das Influenzavirus als Enten und Gänse. "Diese Wasservögel bilden das natürliche Reservoir für das Virus, sie setzen sich seit Jahrtausenden mit ihm auseinander", sagte Institutssprecherin Elke Reinking auf der Ostseeinsel Riems. Die Wasservögel zeigten im Gegensatz etwa zu Hühnervögeln trotz Infektion keine Krankheitsanzeichen. Das sei auch bei Nutzgeflügel so.

Vögel haben sich untereinander angesteckt

Die Störche im Zoo hatten sich Reinking zufolge sicherlich auch wegen der räumlichen Nähe untereinander angesteckt. Generell seien Vögel in Gefangenschaft aber nicht empfänglicher für Viren als in freier Wildbahn. Wie sich H5N8 auf Singvögel auswirkt, sei noch nicht bekannt.

Der Rostocker Zoo war am Donnerstag für Besucher gesperrt worden, um die Gefahr zu verringern, dass das Virus weiter verbreitet wird. Allerdings hatte Direktor Udo Nagel gehofft, den Zoo am Freitag schrittweise wieder öffnen zu können. Bei dem stürmischen Regenwetter wären aber ohnehin nur wenige Besucher gekommen.

Kommentare (1)

Es ist ja schon fast ein symbolischer Akt, wenn in MV alle Störche getötet werden, die zuvor die Rostocker Zoo-Besucher erfreut haben. Bei keinem der Vögel wurde versucht, ihn zu isolieren und den weiteren Krankheitsverlauf bis zur eventuellen Genesung zu beobachten, z.B. auf der Insel Riems im dafür zuständigem Institut. Es könnte ja sein, dass die nur in MV verhängte landesweite Stallpflicht noch etwas skeptischer gesehen wird. Ja, "von einer weiteren Tötung wird vorerst abgesehen, da im Zoo seltene Vogelarten leben, die unter besonderem internationalen Schutz stehen" versprach der Minister. An Stelle der toten Störche sollte hölzerner Ersatz präsentiert werden, häufig auch Klapperstorch genannt, der die Geburt der nächsten Seuche ankündigt, die im Gefolge der zunehmenden Massentierhaltung früher oder später leider nicht als Zeitungsente daherkommen wird.