Camper lieben den Nordosten:

Andrang auf Luft, Licht und Sonne

Nach schwachem Beginn ist die Tourismussaison wegen des schönen Sommers besser gelaufen als anfangs befürchtet. Doch im kommenden Jahr droht neues Ungemach.

Nachbarschaftshilfe auf dem Campingplatz: Max Wegner aus Berlin legt die Pumpe am Fahrrad der Dresdnerin Petra Birkner an.
Jörg Spreemann Nachbarschaftshilfe auf dem Campingplatz: Max Wegner aus Berlin legt die Pumpe am Fahrrad der Dresdnerin Petra Birkner an.

Mit diesem Sommer hat Peter Gebser seinen Frieden geschlossen. Nicht, weil nach verkühltem Jahresstart doch noch so viele Urlauber auf den Campingplatz „Pommernland“ in Zinnowitz gekommen sind, dass der Chef „mit der Saison sehr zufrieden“ sein kann. Es sind die kleinen Gäste, die Gebser positiv überrascht haben. „Es waren so viele mit ihren Eltern bei uns wie schon lange nicht mehr. Das ist gut für uns“, sagt er mit Genugtuung in der Stimme. Die Kinder von heute könnten als Erwachsene die Gäste von morgen sein, kalkuliert er.

„Wir liegen an der Ostsee, das ist unser Pfund“, meint er selbstbewusst. Doch die gute Lage allein reiche nicht aus, der Konkurrenz anderer deutscher Feriengebiete Paroli bieten zu können. „Man darf nichts dem Selbstlauf überlassen“, unterstreicht Gebser. Vor allem die Campingplätze in Schleswig-Holstein befänden sich auf einer Aufholjagd. Zwar könne er auf seine Stammgäste bauen. „Die erwarten aber neben Freundlichkeit und gutem Service auch jedes Jahr etwas Neues von uns“, weiß er.

Ob ein Betrieb im Tourismus wirtschaftlich erfolgreich bleibe, entscheide sich in der Vor- und Nachsaison. „In den Ferien sind ohnehin alle voll ausgelastet“, so der „Pommernland“-Chef. Das kommende Jahr werde hart, weil die Kultusminister die bundesweite Feriensaison von 81 auf 73 Tage zusammen geschoben haben. „Das bedeutet noch mehr Gedrängel auf den Straßen und mehr Stress allerorten“, ahnt er.

Gebser fürchtet nicht, dass neue Seenlandschaften bei Leipzig und in der Lausitz den Touristikern an der Küste  die Gäste abspenstig machen . „Das ist dort unten mehr was für die Naherholung“, ist er sich sicher. Allerdings sei auf Usedom längst nicht alles im Lot. „Uns fehlt eine einheitliche Kurtaxe auf derInsel“, bemängelt er den Flickenteppich unterschiedlicher Abgaben in den Ferienorten. Außerdem müsse ein Kombiticket her, mit dem sich Bus, Bahn undSchiff nutzen lassen. Kein gutes Haar lässt Gebser an der chaotischen Theaterpolitik des Landes. Dadurch gerate das Anklamer Haus inGefahr, das auf Bühnen in Zinnowitz und Heringsdorf für die Unterhaltung der Urlauber sorge.

 

Nordkurier digital: Jetzt 6 Wochen zum Sonderpreis testen!