Polizei gibt Entwarnung:

Angeblicher Schlauchbootunfall war keiner

Seenotretter, Küstenwache und ein Polizeihubschrauber waren im Einsatz. Doch das dramatische Unglück war am Ende keines, wie die Polizei jetzt mitteilte.

Seenotretter suchten nach den Vermissten. Auch ein Küstenstreifenboot und ein Polizeihubschrauber waren im Einsatz.
dpa/Archiv Seenotretter suchten nach den Vermissten. Auch ein Küstenstreifenboot und ein Polizeihubschrauber waren im Einsatz.

Ein vorgeblicher Schlauchbootunfall auf der Ostsee vor Usedom hat sich als Irrtum erwiesen. Offenbar sei ein Kinderschlauchboot aus dem Badebereich vor Bansin abgetrieben und die Besitzer hätten versucht, es noch zu bergen, sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei in Wolgast am Sonntag. Der Vorfall hatte am Samstag eine groß angelegte Rettungsaktion mit Schiffen und Hubschraubern ausgelöst, weil Badegäste zwei bis vier verunglückte Menschen in dem Schlauchboot gesehen haben wollten.

Tatsächlich aber seien sie am Samstag an den Strand zurückgekehrt. Das leere Schlauchboot sei von Bansin in Richtung Polen getrieben. Das hätten Zeugen gesehen. Die Schlauchboot-Besitzer selbst hätten sich nicht gemeldet.

Boot in Zierower Bucht wirklich in Seenot

Tatsächlich in Not war ein Schlauchboot am Sonnabend in der Zierower Bucht, nachdem der Motor ausgefallen war und das Boot in Richtung offene See trieb. Die Wasserschutzpolizei Wismar fand das Boot und rettete eine Person.

Unweit von diesem Zwischenfall wurde am Samstagvormittag vor der Insel Poel ein seit mehr als 24 Stunden vermisster Mann gerettet. Der 48-Jährige Mann trieb ebenfalls in einem Schlauchboot fünf Kilometer vor der Küste, teilte die Polizei mit.

Beziehungsstreit löst Großeinsatz aus

Einen weiteren Großeinsatz hatte ein Beziehungsstreit in der Nacht zum Samstag vor Hiddensee zur Folge. Eine Frau habe sich in der Kabine ihrer Segeljacht eingeschlossen und per Handy den Notruf gewählt, teilte die Wasserschutzpolizei mit. Nach einer rund sechsstündigen Suche, an der sich auch der Zoll, die Bundespolizei, die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), und das Wasser- und Schifffahrtsamt beteiligten, wurde die Jacht im Seegebiet zwischen den Inseln Bock und Hiddensee gestoppt. Die Frau und der Mann kamen getrennt voneinander ins Krankenhaus. Es werde wegen des Verdachts der Körperverletzung und Nötigung ermittelt.

Nordkurier digital jetzt ab 3,75 € pro Monat