Brandanschlag auf Flüchtlingsheim:

Angeklagte legen Geständnis ab

Im Prozess haben die Angeklagten nun umfassend ausgesagt. Sie hoffen nun auf eine mildere Strafe.

Die 25 und 26 Jahre alten Angeklagten sollen im Oktober 2014 Brandsätze auf ein Flüchtlingsheim geworfen haben.
Bernd Wüstneck Die 25 und 26 Jahre alten Angeklagten sollen im Oktober 2014 Brandsätze auf ein Flüchtlingsheim geworfen haben.

Mit umfangreichen Geständnissen der beiden Angeklagten ist am Mittwoch der Prozess um den Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim in Groß Lüsewitz (Landkreis Rostock) fortgesetzt worden. Die 25 und 26 Jahre alten Männer ließen über ihre Anwälte erklären, ihnen sei bewusst gewesen, dass durch die Brandsätze Menschen zu Schaden kommen konnten. Allerdings sei ihnen dies damals egal gewesen, sie seien betrunken gewesen.

In ihren Einlassungen hatten beide Männer keinen Hehl aus ihren zur Tatzeit rechten Überzeugungen gemacht. Man habe in gegenseitigem Einvernehmen gegen "die Ausländer" vorgehen wollen, hieß es. Der jüngere Angeklagte ließ ausführen, er habe sich in der Untersuchungshaft von rechtem Gedankengut distanziert. Weitere Tatgründe seien Frust und persönliche Probleme gewesen.

Mögliche Strafe durch Geständnis reduziert

Den Geständnissen war eine Einigung unter den Prozessbeteiligten vorausgegangen. Wie der Vorsitzende Richter sagte, können die Männer bei einem umfassenden und glaubwürdigen Geständnis mit Haftstrafen von zwischen fünf und sechs Jahren rechnen. Der Strafrahmen bei einer Verurteilung wegen versuchten Mordes reicht bis zu 15 Jahren, unter schwerwiegenden Umständen kann aber eine lebenslange Haftstrafe verhängt werden.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Männern vor, in der Nacht zum 12. Oktober 2014 zwei Molotowcocktails auf die Flüchtlingsunterkunft geworfen zu haben. Im oberen Stockwerk des Hauses schliefen Familien mit Kindern. Die Brandsätze waren abgeprallt und hatten kaum Schaden angerichtet. Das Gebäude war zur Tatzeit vollständig eingerüstet. Einer der Brandsätze war laut Anklage an dem Baugerüst zerschellt und hatte ein Kunststofffenster in Brand gesetzt. Die zweite Brandflasche fiel auf eine Wiese vor dem Gebäude.