Ermittlungen gegen Rocker:

Angeklagter Ex-Rocker bleibt in Haft

Ein ehemaliges Mitglied des Rockerclubs Mongols MC sitzt seit zwei Wochen wieder in Haft. An den Zeugenaussagen, die mit zu der Verhaftung führten, hat sein Anwalt aber Zweifel.

Rocker sind bekannt für ihre gut gepflegten Motorräder. Doch eine reine Weste haben nicht alle Mitglieder der Mongols MC.
Fabian Bimmer Rocker sind bekannt für ihre gut gepflegten Motorräder. Doch eine reine Weste haben nicht alle Mitglieder der Mongols MC.

Das vor kurzem erneut festgenommene ehemalige Mitglied des Neubrandenburger Rockerclubs Monglos MC bleibt vorerst in Untersuchungshaft. Die beantragte Aufhebung des Haftbefehls wurde am Donnerstag vom Amtsgericht Neubrandenburg abgelehnt, wie Strafverteidiger Wolfgang Bartsch mitteilte. Der Rechtsanwalt des beschuldigten Ex-Rockers will nun Beschwerde gegen die Entscheidung des Amtsgerichtes einlegen. Es bestehe aus seiner Sicht kein dringender Tatverdacht und damit auch kein Haftgrund, erklärte Bartsch.

Aussage steht gegen Aussage

Der Rocker war vor rund 14 Tagen wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz festgenommen worden. Details hatte die Staatsanwaltschaft aus ermittlungstaktischen Gründen nicht genannt. Laut Rechtsanwalt Bartsch werden dem 26-Jährigen mehrere Drogengeschäfte vorgeworfen. Sein Mandant sei im Rahmen einer polizeilichen Vernehmung von einem angeblichen Zeugen belastet worden. Demnach soll der Ex-Rocker dem Belastungszeugen insgesamt 17 Mal Kokain in Portionen von jeweils 0,5 Gramm verkauft haben. Der 26-Jährige bestreitet die Vorwürfe. „Es steht Aussage gegen Aussage“, erklärte Bartsch. Er äußerte erhebliche Zweifel an den Aussagen des Zeugen. „Das klingt alles sehr oberflächlich.“ Es seien für die angeblichen Drogengeschäfte weder konkrete Zeiten noch Orte genannt worden. Bei den angeführten Portionsgrößen für das Rauschmittel handele es sich zudem um szeneuntypische Mengen. Die Polizei habe außerdem bei der Durchsuchung „nix gefunden“, teilte Bartsch weiter mit. Er hat Einsicht in die Ermittlungsakten beantragt.

Plädoyers frühestens Ende März

Das Mitglied der Mongols MC muss sich bereits seit über einem Jahr mit drei weiteren Komplizen vor dem Landgericht in Neubrandenburg in einem Drogenprozess verantworten. Das Quartett soll 2012/2013 illegal Muskelaufbaupräparate und Rauschmittel bei Bekannten in Bremen besorgt und in der Region Mecklenburgische Seenplatte vertrieben haben. Er saß, nachdem die Geschäfte aufgeflogen waren, schon ein Jahr in Untersuchungshaft. Erst im Juli vergangenen Jahres hatte das Gericht den Haftbefehl gegen ihn aufgehoben. Der Prozess hat sich bereits mehrfach verzögert. Mit den Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung wird nun erst Ende März und mit den Urteilen frühestens im April gerechnet.

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