Prozess in Rostock:

Angeklagter gesteht Tötung der Ex-Freundin

Der Fall sorgte für Entsetzen und Kopfschütteln: Ein Mann vergewaltigt seine frühere Freundin. Als sie ihm verzeiht, kommt er aus der Untersuchungshaft. Wenige Tage später soll er sie dann erstickt haben.

Der Angeklagte im Prozess wegen Totschlags und zweimaliger Vergewaltigung.
Bernd Wüstneck Der Angeklagte im Prozess wegen Totschlags und zweimaliger Vergewaltigung.

Ein wegen Totschlags an seiner früheren Lebensgefährtin angeklagter 35 Jahre alter Mann könnte sich nach Auffassung des Landgerichts Rostock auch eines Mordes schuldig gemacht haben. Zudem gibt es Hinweise, dass er die Frau bereits einige Tage früher als zunächst vermutet getötet haben könnte. Bislang wirft die Staatsanwaltschaft dem Mann vor, Anfang Februar die drei Jahre jüngere Frau mit einem Kissen erstickt und mehrere Tage später die Leiche in einem Wald vergraben zu haben.

Wie der Vorsitzende Richter am Freitag ausführte, ist der Mann verdächtigt, die Frau schon Ende Januar getötet zu haben. Damit habe er eine kurz zuvor begangene weitere Vergewaltigung verdecken wollen. Der Richter verwies dabei auf DNA-Spuren im Körper der Toten. Nach der Tat habe er die EC-Karte der Frau an sich genommen und bis Ende Februar insgesamt knapp 1000 Euro von ihrem Konto abgehoben. Dies lasse den Schluss zu, dass er auch aus Habgier getötet habe. Der Richter führte aus, dass die Frau bereits Ende Januar vermisst wurde und ein von ihr täglich geführtes Tagebuch abrupt am 29. Januar ende.

Erinnerungslücken wegen Alkoholkonsums

Zu Beginn der Verhandlung hatte der Angeklagte die Tat gestanden. Er bedauere, was passiert ist, hieß es in einer Erklärung, die seine Anwältin verlas. An die Tat selbst habe er keine genauen Erinnerungen. Der Mann, der wegen Totschlags und Vergewaltigung angeklagt ist, bestritt jedoch wesentliche Teile der Anklage. Es habe keinen Streit gegeben, er habe die Frau auch nicht mit einem Kissen erstickt.

Der Mann gestand eine Vergewaltigung der Frau an Silvester, machte dazu aber keine weiteren Angaben. Er könne sich wegen starken Alkoholkonsums nicht erinnern. Wegen dieser Vergewaltigung saß er kurzzeitig in Untersuchungshaft. Als er sich entschuldigte und sie ihm verziehen hatte, wurde er Mitte Januar aus der U-Haft entlassen. Auch die Vergewaltigung einer zweiten Frau im Mai gestand er im Wesentlichen ein. Er entschuldigte sich bei seinem Opfer.

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