Prozess:

Angeklagter nach tödlichem Streit zu fünf Jahren Haft verurteilt

Es war ein heftiger Beziehungsstreit zwischen einem Mann und seiner 27-jährigen Freundin. Für die Frau endete die Auseinandersetzung tödlich. Der Angeklagte muss nun fünf Jahre in Haft.

Das Landgericht Rostock hat einen Mann verurteilt, der seine Freundin so heftig gegen die Tür der Nachbarwohnung stieß, dass sie tödliche Hirnblutungen erlitt.
Uli Deck Das Landgericht Rostock hat einen Mann verurteilt, der seine Freundin so heftig gegen die Tür der Nachbarwohnung stieß, dass sie tödliche Hirnblutungen erlitt.

Nach einem Streit mit tödlichen Folgen ist ein 28-jähriger Angeklagter aus Rostock zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Rostock sah es am Freitag als erwiesen an, dass der Mann Anfang Juli 2015 im Rostocker Stadtteil Lütten Klein seine Freundin so heftig gegen die Tür der Nachbarwohnung stieß, dass die 27-Jährige tödliche Hirnblutungen erlitt.

Der Angeklagte muss wegen seiner Alkoholsucht zudem eine Entzugstherapie machen. Der Mann war bei der Tat nach Einschätzung eines Gutachters trotz eines Alkoholpegels von knapp 1,4 Promille voll schuldfähig. Beim Strafmaß habe sein umfassendes und von Reue getragenes Geständnis eine positive Rolle gespielt, hieß es. Der Mann wurde wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt.

Wie der Richter in seiner Urteilsbegründung ausführte, war das Opfer zur Tatzeit stark betrunken und dem Täter körperlich weit unterlegen. Der mehrfach vorbestrafte Mann hatte seiner am Boden liegenden Freundin nicht geholfen. Die Chancen der Frau, die schweren Schädelverletzungen zu überleben, wären allerdings auch bei sofortiger Hilfe nicht groß gewesen, sagte der Richter.

Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer ebenfalls eine fünfjährige Haftstrafe gefordert. Die Verteidigung hatte vier Jahre und neun Monate Gefängnis verlangt. Das Urteil, das nach einer Absprache unter den Prozessbeteiligten zustande kam, ist noch nicht rechtskräftig.

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