Gefährlicher Eichenprozessionsspinner:

Angriff auf Schädlinge aus der Luft

Heute soll Gift gegen Eichenschädlinge gesprüht werden. Die Einsätze stoßen bei Umweltschützern auf Kritik.

Das Umweltministerium will den Eichenprozessionsspinner mit Chemikalien bekämpfen, die mit einem Hubschrauber versprüht werden sollen.
Philipp Schulze Das Umweltministerium will den Eichenprozessionsspinner mit Chemikalien bekämpfen, die mit einem Hubschrauber versprüht werden sollen.

Auf 630 Hektar Wald soll von Montag an Gift gegen die Raupen von Frostspanner-, Eulenschmetterling und Co. gespritzt werden.

Nach Angaben des Umweltministeriums in Schwerin sollen Hubschrauber die Mittel Dimilin und Dipel ES sprühen. Mehr als 30 Prozent der Eichen im Land hätten deutliche Schäden bei der Belaubung, erklärte Minister Till Backhaus (SPD). Die Eiche werde seit 2012 stark von Raupen verschiedener Eichenschädlinge befallen. Der Befall sei so stark, dass ein Absterben wertvoller Bestände zu befürchten sei.

Streit um den Sicherheitsabstand

Die Umweltschutzverbände BUND und Nabu kritisierten den geplanten Einsatz. Das Ausbringen von Gift verhindere die Selbstregulierung des Schädlingsbefalls, sagte BUND-Landesgeschäftsführerin Corinna Cwielag. Das Versprühen per Hubschrauber drohe zudem die Schreiadler während ihrer Eiablage zu stören. Cwielag forderte einen Sicherheitsabstand von 1000 Metern zu den Horsten. Das Umweltministerium hält einen 300-Meter-Abstand für ausreichend. Zu Gewässern soll ein Abstand von bis zu 100 Metern gehalten werden. Auch zu Siedlungen, Straßen und Parks werde es einen Sicherheitsabstand geben, so der Minister.

Im Landkreis Ludwigslust-Parchim soll ebenfalls von Montag an gegen die Larven des Eichenprozessionsspinners vorgegangen werden. Die Raupen des Schädlings sind auch für den Menschen gefährlich. Sie können allergische Reaktionen auslösen: Ihre feinen langen Haare können beim Kontakt mit der Haut von Menschen zu Ausschlag und Asthma führen.

Mittel für Menschen ungefährlich

Bei der Bekämpfung des Schädlings soll das Mittel Foray ES zum Einsatz kommen. Nachdem im vergangenen Jahr Straßenbäume auf 1500 Hektar vom Hubschrauber aus behandelt worden waren, sollen es in diesem Jahr nur 400 Hektar sein, wie der Landkreis mitteilte. Die Belastung habe abgenommen, einige Areale seien aber immer noch sehr stark betroffen. Den Behörden zufolge ist das Mittel Foray für die Öko-Landwirtschaft zugelassen und für Bienen und andere Insekten sowie Vögel, Fische, Säugetiere und Menschen ungefährlich.

Nordkurier digital: Jetzt 6 Wochen zum Sonderpreis testen!