MEK-Einsatz in Lutheran:

Anklage gegen angeschossenen Autofahrer

Der Fall hatte für Aufsehen gesorgt: Bei einem MEK-Einsatz schoss ein Polizeibeamter einem Tatverdächtigen in den Kopf.  Nun erhebt der Staatsanwalt Anklage. Gegen den Angeschossenen.

Nach einem Einsatz eines Mobilen Einsatzkommandos (MEK) der Polizei stehen im Februar Autos auf einer Straße in Lutheran.
Michael-Günther Bölsche Nach einem Einsatz eines Mobilen Einsatzkommandos (MEK) der Polizei stehen im Februar Autos auf einer Straße in Lutheran.

Im Fall des missglückten Zugriffs einer Spezialeinheit der Hamburger Polizei im mecklenburgischen Lutheran erhebt die Staatsanwaltschaft Schwerin jetzt Anklage – und zwar gegen den jungen Mann, dem ein Beamter ein Auge ausgeschossen hat. Die Ermittlungen gegen den Polizisten wurden hingegen eingestellt.

Das Mobile Einsatzkommando (MEK) hatte Mitte Februar den 27-Jährigen mit einer gesuchten Rotlichtgröße verwechselt, den Wagen gestoppt und dann geschossen. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft handelte es sich dabei um Nothilfe. Der Beamte habe gefeuert, um einen Kollegen zu retten. Der sei von dem 27-jährigen mit dem Wagen bedrängt worden.

Die Staatsanwaltschaft Schwerin wirft dem Fahrer nun gefährliche Körperverletzung, gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte vor. So soll er versucht haben, die aus zivilen Polizeifahrzeugen errichtete Sperre zu durchbrechen, indem er seinen Dodge stark beschleunigte und ein Einsatzfahrzeug rammte. Durch den Stoß sei ein Polizeibeamter am Knie verletzt worden. Daraufhin hätten die MEK-Beamten zwei Warnschüsse abgegeben, eher der Kopfschuss fiel.

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