Kostenlose Verhütungsmittel :

Anti-Baby-Pille gratis für bedürftige Frauen

Fast 1500 Schwangerschaften sind im ersten Halbjahr in MV abgebrochen worden. Ein Teil wird auf soziale Probleme zurückgeführt: Die Frauen können sich Verhütungsmittel nicht leisten. Für Betroffene in Schwerin und der Region Demmin startet jetzt ein Modellprojekt.

Bezieherinnen von Hartz IV oder Sozialhilfe in Schwerin und der Region Demmin können Verhütungsmittel ab November kostenlos bekommen.
Carsten Rehder Bezieherinnen von Hartz IV oder Sozialhilfe in Schwerin und der Region Demmin können Verhütungsmittel ab November kostenlos bekommen.

Bezieherinnen von Hartz IV oder Sozialhilfe in Schwerin und der Region Demmin können Verhütungsmittel ab 1. November kostenlos bekommen. Sie profitieren von einem Modellprojekt des Landes für bedürftige Frauen zwischen 20 und 35 Jahren.

„Finanzielle Probleme dürfen kein Grund dafür sein, auf sichere Verhütung zu verzichten“, sagte Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) bei der Vorstellung des Projekts am Montag in Schwerin. Rund 3000 Frauen erfüllten die Voraussetzungen für das Programm. Schwesig hoffe, 2000 von ihnen mit dem Projekt zu erreichen.

Erfahrungen der Schwangerschaftsberatungsstellen zeigten, dass viele Frauen keine Verhütungsmittel benutzen, weil sie sich diese nicht leisten könnten. Das führe häufig zu einer ungewollten Schwangerschaft und einem Schwangerschaftsabbruch.

Seit Jahren zählt das Statistische Landesamt etwa 3000 Schwangerschaftsabbrüche pro Jahr. Im vergangenen Jahr waren es 2970, im ersten Halbjahr 2013 wurden 1497 Abtreibungen vorgenommen. Das Projekt ist zunächst bis Ende 2015 angelegt. Frauen können maximal ein Jahr lang kostenfrei Verhütungsmittel beziehen.

Das Land stellt 426 000 Euro bereit

Die Teilnehmerinnen können nach einem Termin beim Frauenarzt und einem anschließenden Gespräch in einer Schwangerschaftsberatungsstelle entweder kostenfrei in einer Apotheke die Pille bekommen oder sich beim Gynäkologen die Spirale oder einen Verhütungsring einsetzen lassen. In der Region Demmin können Frauen in den Ämtern Demmin, Demmin-Land, Dargun, Treptower Tollensewinkel, Stavenhagen und Malchin teilnehmen.

Das Land stellt für das Projekt 426 000 Euro bereit, sagte Schwesig. Für die wissenschaftliche Begleitung durch die Universität Greifswald gebe es noch einmal 30 000 Euro. Die Forscher erhoffen sich verlässliche Daten über das Verhütungsverhalten von Frauen.

Auch in Neubrandenburg und dem ehemaligen Landkreis Uecker-Randow sollen Daten erhoben werden. Damit lägen nach Abschluss des Projektes vergleichbare Zahlen aus Regionen mit und ohne kostenfreier Abgabe von Verhütungsmitteln vor, so Schwesig.

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Kommentare (1)

Wenn die Anti-baby-Pille gratis, dann für alle!! Wer sich die Pille nicht leisten kann braucht auch keinen Sex zu praktizieren, sondern sollte arbeiten gehen!! Außerdem gibt es Kondom-Packungen im Internet für 10-20 € und es sind über 100 Stück drin. Da kann Frau und Mann sich die Kosten teilen und das ganze Jahr verhüten! So günstig kann Verhütung sein!!! Wieso kann sich die Frau nicht die Pille leisten?!?! Der Mann kann sich gleichermaßen an den Kosten beteiligen!! Er beteiligt sich schließlich auch bei der Produktion des Babys!!! Oder gibt es neue Erkenntnisse in der Biologie, dass sich die Frauen jetzt selbst befruchten können?