Debatte über kostenlose Verhütungsmittel:

Anti-Baby-Pille gratis oder lieber für Sex arbeiten?

Das Sozialministerium vergibt Verhütungsmittel kostenlos an Harz-IV-Bezieherinnen. Das sorgt für Diskussionsbedarf unter den Lesern. Von Klischees über Sozialhilfeempfänger, Kritik am Ministerium aber auch Befürwortern ist alles dabei.

Antibabypille
Jens Kalaene Antibabypille

Ab nächstem Monat erhalten Bezieherinnen von Hartz IV oder Sozialhilfe in Schwerin und Demmin kostenlose Verhütungsmittel. Allerdings stößt die Idee des Sozialministeriums nicht bei jedem auf Wohlwollen. Wenn es die Anti-Baby-Pille schon gratis gebe, dann für alle, heißt es in einem Kommentar auf nordkurier.de. „Wer sich die Pille nicht leisten kann braucht auch keinen Sex zu praktizieren, sondern sollte arbeiten gehen“, heißt es weiter.

Auch auf der Facebook-Seite des Nordkurier hat der Artikel eine Diskussion losgetreten. Der Tenor bei den Nutzern: Warum gibt es Pille, Spirale oder Verhütungsring nicht für alle Frauen gratis? Warum nur für Sozialhilfeempfängerinnen? Als Arbeitnehmer und Geringverdiener hat man das Nachsehen. Und was ist mit denen, die älter als 35 Jahre sind?

Pille als Mittel, um Abtreibungen zu vermeiden

Andere wiederum zeichnen ein differenziertes Bild und hinterfragen, ob die kostenlose Pille überhaupt eine Möglichkeit sein kann, Schwangerschaftsabbrüche zu vermeiden. „Die Pille ist ein Hormonhammer der nicht wenigen Frauen die Erfüllung des Kinderwunsches enorm erschwert“, schreibt eine Nutzerin gleich im ersten Facebook-Kommentar. Kondome, die gleichzeitig auch gegen Krankheiten schützen, seien ein sinnvolleres Verhütungsmittel, die Frauen sollten deshalb wählen können.

Dennoch bleibt die Frage: Gab es in Mecklenburg-Vorpommern so viele Schwangerschaftsabbrüche, weil sich diese Frauen keine Verhütungsmittel leisten können? Oder könnte es nicht vielmehr sein, dass Verhütungsmittel falsch oder gar nicht benutzt wurden, fragt die Nutzerin. Zudem bestehe durch die Gratis-Pille die Möglichkeit, diese weiter zu verkaufen. Das werde in Frauenforen ohnehin schon oft gemacht, steht in ihrem Kommentar. „Der Staat kann die Anti-Baby-Pille nicht finanzieren, da diese Forderung zum Einen viele Frauen benachteiligt und zum Anderen das Problem der ungewollten Schwangerschaften nicht dort löst, wo es tatsächlich entsteht.“

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Kommentare (1)

Das ist wieder mal ein Witz, ALG II Empfänger bekommen wieder was geschenkt, na toll wer bezahlt es - der dumme der arbeiten geht und wer 0,50€ über dem Satz liegt guckt wieder mal in die Röhre. Ich hätte da einen besseren Vorschlag, gebt Jugendlichen die sich in der Ausbildung befinden ( und nur denen in der Ausbildung) und mit wenig Geld auskommen müssen die kostenlos, denn die müssen mit 20 Jahren die Kosten selbst hierfür tragen, das fände ich gerechter.