Staatsgeheimnis Antibiotika-Einsatz: :

Antibiotika-Einsatz: Viele Bauernhöfe stehen unter Verdacht

Bis Ende Juni mussten alle Mäster melden, wie oft sie ihre Tiere in den vergangenen zwölf Monaten mit Antibiotika behandelt haben. Doch in MV schert sich manch Agrarunternehmen offenbar nicht um Recht und Gesetz.

Mindestens 140 Landwirtschaftsbetriebe im Nordosten stehen im Verdacht, keine Meldung zum Antibiotika-Einsatz abgegeben zu haben.
© nikilitov, oksix - Fotolia.com Mindestens 140 Landwirtschaftsbetriebe im Nordosten stehen im Verdacht, keine Meldung zum Antibiotika-Einsatz abgegeben zu haben.

Es ist vermutlich nur die Spitze des Eisberges: Mindestens 140 Landwirtschaftsbetriebe im Nordosten stehen im Verdacht, keine Meldung zum Antibiotika-Einsatz abgegeben zu haben, obwohl sie die Mittel eingesetzt haben könnten. Das geht aus Zahlen des Agrarministeriums in Schwerin hervor. Insgesamt sind 638 Unternehmen, die Schweine, Rinder, Puten und Hähnchen mästen, meldepflichtig. 264 davon haben laut dem von Minister Till Backhaus (SPD) geführten Ressort keine Meldung gemacht.

Von diesen 264 wiederum seien mittlerweile 55 Prozent überprüft worden. Das Ergebnis: Bei lediglich einer Handvoll Betriebe ist die „Nullmeldung“ auf einen Fehler, etwa bei der Eingabe in die Datenbank, zurückzuführen. „Ob Ordnungswidrigkeitsverfahren bei den restlichen Betrieben eingeleitet werden müssen, wird derzeit geprüft“, sagte auf Nachfrage des Nordkurier Ministeriumssprecher Constantin Marquardt.

Laut dem Sprecher müssen Tierhalter die Anwendung von Antibiotika in die vorgegebene Datenbank einstellen – es gibt aber laut Vorschrift keine Verpflichtung auch den Nichteinsatz zu melden. „Somit müssen alle Betriebsteile, für die kein Eintrag erfolgte, überprüft werden, ob tatsächlich keine Antibiotika verwendet wurden.“ Das bedeute enorme zusätzliche Arbeit für die Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsämter der Landkreise sowie die Tierarzneimittelbehörde.

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