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Anzeige gegen NDR-Spitze

Die sogenannten Radiorebellen haben bei ihrem Kampf um mehr deutsche Musik harte Bandagen angelegt und die NDR-Führung wegen Diskriminierung angezeigt.

Mehr Helene Fischer, mehr Matthias Reim, mehr Andrea Berg – fordern die Mitglieder der Bürgerinitiative von NDR 1 Radio MV.
t. reckmann Mehr Helene Fischer, mehr Matthias Reim, mehr Andrea Berg – fordern die Mitglieder der Bürgerinitiative von NDR 1 Radio MV.

Die Bürgerinitiative „Für mehr deutsche Musik im Radio“ hat bei der Staatsanwaltschaft Schwerin gegen die Direktorin des Landesfunkhauses, Elke Haferburg, und den Chefredakteur von NDR 1 Radio MV, Joachim Böskens, eine Anzeige wegen Diskriminierung erstattet.

Zur Begründung heißt es unter anderem, dass der Sender im Tagesprogramm rund 80 Prozent Musik in englischer Sprache ausstrahle. Dadurch würden sich viele Menschen durch das Musikprogramm des NDR 1 Radio MV ausgegrenzt und „diskriminiert“ fühlen.

NDR-Chefredakteur Joachim Böskens konnte sich dazu noch nicht äußern, da er bisher keine offiziellen Dokumente erhalten habe.

Eine solche Quote, wie von der Bürgerinitiative gefordert, verstieße nach Einschätzung des Mirower Rechtsanwalts Harald Urban sogar gegen die verfassungsmäßig garantierte Programmfreiheit der Sender und würde europäischen Grundsätzen widersprechen.

Kommentare (4)

Wenn "von den älteren Menschen nur eine 'ganz geringe Anzahl die englische Sprache' beherrsche", ist das doch bei 99% aller Musik eher ein Segen denn ein Fluch. Mein Englisch ist bestenfalls rudimentär zu nennen und im Zusammenhang mit Musik bin ich darüber auch sehr glücklich. Unterstelle ich den englischen Texten eine vergleichbare geistige Tiefe wie vielen deutschen, möchte ich diese Texte nicht verstehen. Und genau deswegen mag ich die englische Sprache als Stilmittel in der Musik. Deutsche Texte verstehe ich und das lenkt mich ab, nervt mich und erzwingt ein Abschalten. Wobei sich diese Äußerung nicht nur auf Herz-Schmerz-Schlager bezieht, sondern auch auf die pseudolyrische deutsche Popmusik. In einem Radioprogramm, das gemeinhin als Nebenbeimedium eine angenehme und ggf. informative Geräuschkulisse erzeugt, sind also verständliche Texte eine Störung. Anders sieht das bei Veranstaltungen, Konzerten, auch Fernseh- und Radiosendungen aus, denen ich wegen der Musik und deren Inhalten beiwohne. Deswegen würde ich aber noch lange nicht aus dem Erfolg zum Beispiel der NDR Sommertour mit deutschen Schlager- und Popgranden oder auch anderer entsprechender Veranstaltungen schließen, dass deswegen diese Musik auch mehr im Radio gespielt werden sollte. Das sind die berühmten Äpfel und Birnen, die da miteinander vergleichen werden. Außerdem könnte ich mir durchaus vorstellen, dass es sich für die Künstler/-innen höchstens indirekt lohnt, mit ihren Titeln im Radio zu laufen. Geld wird mit Auftritten und dem Verkauf von Tonträgern verdient, das Radio sorgt bestenfalls für eine gewisse nützliche Bekanntheit. Und außerdem spielt das Radio sowieso musikalisch nur den "kleinsten gemeinsamen Nenner", um möglichst breite Massen zu erreichen. Unauffällig dahinplätschernd, damit es die oben erwähnte angenehme Geräuschkulisse ergibt. Aus der ragen dann nur noch die Moderationen als Kontrapunkte hervor. Aber irgendwann bekommen die Macher das auch noch mit ...

... würde ich solange nur deutschsprachige Musik von den Ärzten, Toten Hosen, Rammstein usw. spielen bis die Bürgerinitative die Anzeige zurückzieht und sich wieder das bisherige Programm wünscht.

Es wurde Zeit, dass mal etwas geschieht. Ich habe inzwischen Kontakt zum Oberstaatsanwalt in Schwerin aufgenommen und die Strafanzeige unterstützt, sowie aufgefordert, im Falle der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens dieses auch gegen WDR4 und MDR1 auszuweiten. Seien wir doch mal ehrlich: Nur das ominöse Gebot der Staatsferne schottet den öffentlich-rechtlichen Rundfunk bislang vor Ermittlungen ab. Die ARD hat sich meiner Meinung zufolge zu einem selbstherrlichen, kritikunfähigen Staat im Staat entwickelt. Der Oberstaatsanwalt in Schwerin kann keinen Anfangsverdacht erkennen. Ich bin der Meinung, dass dieser in der Tat gegeben sei, da die Umfragen offensichtlich manipuliert und in eine vorbestimmte Richtung gesteuert wurden. Im Sinne von Wirtschaftlichkeit musste der Schlager aus den Programmen genommen werden. Auch der NDR unterliegt einem Sparzwang. Ich wurde immer wieder auf die Media Analyse verwiesen, als ich nach den Umfrageergebnissen anfragte. Dass die Media Analyse in direktem Zusammenhang mit der Werbewirtschaft steht, braucht man mir nicht näher erläutern. Nur soviel dazu: Nach den Ergebnissen der Media Anslyse werden die Werbepreise pro Sekunde ermittelt. Die Media Analyse dient als Maßstab für die Privatsender. Sie darf jedoch nicht für Programmentscheidungen öffentlich-rechtlicher Hörfunksender herangezogen werden, da sich die Hörfunkwellen der ARD zu über 96 Prozent aus Beiträgen finanzieren. Eine Frage an die Chefs der ARD und so auch die im Schweriner Funkaus: Warum wurde die Media Analyse zu programmprägenden Entscheidungen verwendet, obwohl dies nicht sein darf??? Ich denke, darin liegt der Schlüssel des Betruges!!! Liebe Grüße und schönes Wochenende!

Eines muss ich noch loswerden. Mit der Verbannung deutschsprachiger Musik, insbesondere Schlager aus den Tagesprogrammen bei NDR1 in Mecklenburg-Vorpommern und auch bei WDR4 und MDR1 hat man uns Beitragszahlern die einzigste Alternative über UKW geraubt. Die öffentlich-rechtlichen Heimatsender haben uns Beitragszahlern das Gefühl der Heimatverbundenheit genommen und das finde ich absolut nicht in Ordnung. Wer gerne Schlager hört, wird regelrecht dazu gedrängt, im Internet oder sonst irgendwo eine Alternative zu suchen. Man hat ja nichts gegen englische Musik oder so. Aber, die meisten Privatsender senden einen Musikmix überwiegend mit englischen Titeln. Mal mehr im Oldiebereich und ein anderer Sender mehr aktuelle Hits. Das ist alles irgendwie okay und akzeptabel. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben hingegen einen Programmauftrag zu erfüllen. Nun wurde die einzigste Alternative zum Privatfunk jedoch abgeschafft. Warum dann also für einen solchen Irrsinn noch Beiträge entrichten? Hier in Deutschland gibt es über UKW in vielen Gegenden nicht einen einzigen Sender mehr, welcher uns musikalisch ein Gefühl von Heimatverbundenheit vermittelt. Und das ist sehr, sehr traurig. Ich hoffe, dass es hier schnell zu einem Ermittlungsverfahren durch die Staatsanwaltschaft Schwerin kommen wird.