Anti-Gewalt-Woche gestartet:

Arbeitgeber haben Fürsorgepflicht bei häuslicher Gewalt

Angesichts zunehmender Fälle von häuslicher Gewalt sollen in Mecklenburg-Vorpommern Unternehmer und Führungskräfte für das Thema sensibilisiert werden.

Auch wenn immer mehr Frauen ihren Partner misshandeln, ist häusliche Gewalt nach wie vor eine Männerdomäne.
Jörg Lange/Symbolbild Auch wenn immer mehr Frauen ihren Partner misshandeln, ist häusliche Gewalt nach wie vor eine Männerdomäne.

In Deutschland sind nach Schätzungen etwa jede vierte Frau und jeder zehnte Mann von häuslicher Gewalt betroffen. Arbeitgeber hätten in diesem Zusammenhang eine Fürsorgepflicht und stünden in der Verantwortung, sagte Nikolaus Voss, Staatssekretär im Sozialministerium, am Montag in Schwerin. Häusliche Gewalt wirke sich auf die Leistungsfähigkeit und Produktivität der Betroffenen aus. Gesundheitsvorsorge in Betrieben und Institutionen müsse Bestandteil einer neuen Führungskultur werden, erklärte Voss zu Beginn einer landesweiten Anti-Gewalt-Woche.

Frauen am meisten betroffen

Der Anteil männlicher Opfer steige, erklärte Gisela Best von der Landeskoordinierungsstelle "Cora". Voriges Jahr waren im Nordosten laut Statistik der Beratungsstellen etwa 7300 Menschen von körperlicher oder psychischer Gewalt in der Familie betroffen. Davon waren rund 3400 Kinder und Jugendliche sowie 3900 Erwachsene, die meisten darunter Frauen. Präventionsstrategien entwickelten bisher das Diakoniewerk Neues Ufer in Rampe bei Schwerin und das Landesgesundheitsamt Rostock.

Während der Anti-Gewalt-Woche sind eine Reihe von Veranstaltungen, Aktionen, Buchlesungen und Ausstellungen geplant. In Neubrandenburg gab es am Montag einen Fachtag "Männer als Betroffene von häuslicher und sexualisierter Gewalt". Im Landkreis Nordwestmecklenburg ging ein Theaterensemble mit dem Multimedia-Event "Tabu" auf Tour.