9,9 Prozent:

Arbeitslosenquote in MV erstmals einstellig

Zum ersten Mal in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns ist die Erwerbslosenquote unter zehn Prozent gesunken. Kleiner Wermutstropfen: Im November könnten die Zahlen schon wieder steigen.

Am Monatsende waren in MV 82 000 Menschen auf der Suche nach einem Job.
dpa Am Monatsende waren in MV 82 000 Menschen auf der Suche nach einem Job.

Dank des goldenen Oktoberwetters mit vielen Nachsaison-Urlaubern und einer kräftigen Herbstbelebung in der Wirtschaft ist die Erwerbslosenquote in Mecklenburg-Vorpommern erstmals unter die Zehn-Prozent-Marke gefallen. Am Monatsende waren 82 000 Menschen auf der Suche nach einem Job, wie die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Kiel mitteilte. Das seien 9,9 Prozent. Einen Monat zuvor hatte die Quote 10,0 Prozent betragen, vor einem Jahr waren es noch 10,6 Prozent.

Die Herbstbelebung sei deutlich stärker ausgefallen als in den beiden Vorjahren, sagte die Chefin der Regionaldirektion, Margit Haupt-Koopmann, in Schwerin. Das Risiko arbeitslos zu werden, habe deutlich abgenommen. Die Betriebe hielten ihr Personal.

Trotzdem drittletzter Platz

Allerdings bleibt Mecklenburg-Vorpommern auf dem drittletzten Platz im Vergleich der Bundesländer. Höhere Arbeitslosenquoten haben aktuell nur Bremen und Berlin mit jeweils 10,7 Prozent. Alle ostdeutschen Flächenländer schneiden besser ab. Am niedrigsten im Nordosten ist die Erwerbslosigkeit im Landkreis Ludwigslust-Parchim mit 7,4 Prozent, am höchsten im Landkreis Vorpommern-Greifswald mit 12,1 Prozent.

Der Oktober ist traditionell der Monat in Mecklenburg-Vorpommern mit den wenigsten Arbeitslosen. Ab November steigen die Zahlen für gewöhnlich wieder, weil dann deutlich weniger Urlauber kommen und die Tourismusbranche Personal entlässt. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten erreichte im August - das sind die aktuellsten Daten - 550 200 und damit 0,5 Prozent mehr als August 2013.

Langzeitarbeitslose weiter ein Problem

Als brennendes Problem gilt weiterhin die Langzeitarbeitslosigkeit. Die Herbstbelebung hat Haupt-Koopmann zufolge zwar dazu beigetragen, dass sich die Zahl der Langzeitarbeitslosen sowohl im Vormonats- (-400) als auch im Vorjahresvergleich (-870) reduziert hat. „Diese erfreuliche Nachricht darf nicht darüber hinweg täuschen, dass wir bei der Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit auch weiterhin auf Anstrengungen aller Arbeitsmarktpartner angewiesen sind“, sagte sie.

Ein Grund sind die vielen Rentner

Keinen Anlass für Jubel sieht der Landesvorsitzende des Arbeitslosenverbandes, Jörg Böhm. Es gebe deshalb nicht mehr Arbeit in Mecklenburg-Vorpommern, sagte er. Die Zahlen würden auch deshalb sinken, weil jeden Monat 1200 Menschen mehr in Rente gehen als neu in den Arbeitsmarkt eintreten. Schon wer 58 Jahre alt und arbeitslos ist, verschwinde aus der Statistik. Böhm schätzt, dass in Mecklenburg-Vorpommern rund 120 000 Arbeitsplätze fehlen.

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Kommentare (1)

9,9%.....wer glaubt diesen Zahlen? AlgI und Alg II etc. addiert soll 9,9 % ergeben? Man sollte doch mal erläutern, wie die Berechnung ausschaut.....Menschen im erwerbsfähigen Alter... ins Verhältnis gesetzt zu denen die versicherungspflichtiges Einkommen haben.