Gefährliche Attrappen:

Auch unechte Waffen können tödlich wirken

Wenn Spielzeugwaffen nicht mehr von scharfen Pistolen zu unterscheiden sind, wird es brenzlig. Polizisten müssen im Ernstfall mit dem Schlimmsten rechnen und greifen mitunter zum letzten Mittel.

Spielzeugwaffen ähneln immer mehr echten Pistolen. Das kann beim Polizeieinsatz zum Verhängnis werden.
Erik S. Lesser Spielzeugwaffen ähneln immer mehr echten Pistolen. Das kann beim Polizeieinsatz zum Verhängnis werden.

Ein filmreifes Szenario, real zugetragen vor einigen Tagen auf einem Schulhof in Wismar: Zwei maskierte Jungs fuchteln mit rauchenden Colts herum, simulieren eine wilde Schießerei. Nach einigen Minuten rücken bewaffnete Polizisten in mehreren Einsatzwagen an, bereit, dem Treiben ein Ende zu machen. Dann die Entwarnung: die beiden 14-Jährigen tragen lediglich Spielzeugwaffen.

Polizeibeamte im Land stellen Situationen wie diese vermehrt vor Probleme. Denn Waffenattrappen wie Schreckschusspistolen oder Soft-Air-Waffen sehen den  Originalen immer ähnlicher. „Für den polizeilichen Alltag ist das sehr bedenklich“, sagt dazu Andreas Scholz, Sprecher des Polizeipräsidiums Neubrandenburg. Während gerade Jugendliche den Besitz von Waffenattrappen scheinbar lustig finden, kann aus dem Spiel sehr schnell Ernst werden.

Täuschung durch Spielzeug dramatisch

„Gerade in Notwehrsituationen kann das dramatische Folgen haben“, sagt Michael Schuldt vom Landeskriminalamt. So müssten Beamte im Einsatz immer zuerst davon ausgehen, mit einer scharfen Waffe bedroht zu werden. Der Schuss sei zwar in jedem Fall die „letzte Lösung“, nichts aber wäre schlimmer für den betreffenden Beamten, als später die Täuschung durch eine Spielzeugwaffe festzustellen.