Gefährlicher Strandbesuch:

Auf Rügen rutscht die Kreideküste wieder

Das feuchte und warme Wetter hat zum ersten größeren Kreideabbruch auf der Insel Rügen im Jahr geführt. Gerade eine Personengruppe unterschätzt dabei die davon ausgehende Gefahr.

Die Kreideküste Rügens sieht malerisch aus, ist aber auch gefährlich.
Stefan Sauer/Archiv Die Kreideküste Rügens sieht malerisch aus, ist aber auch gefährlich.

So sind vor wenigen Tagen zwischen Sassnitz und Lohme etwa 2000 Kubikmeter Kreide, Mergel und Lehm abgerutscht, wie das Landesamt für Umwelt und Geologie Güstrow am Dienstag mitteilte. Das Amt warnte nochmals eindringlich vor Spaziergängen unterhalb der Steilküsten. Grund sei der Frost, der aus dem Boden weiche. Auch viele andere Stellen an Steilufern seien in Bewegung.

„Wir hatten aber schon deutlich größere Abbrüche“, erklärte ein Sprecher des Nationalparkes Jasmund. An dieser Abbruchstelle südlich des Kieler Baches seien schon Neugierige dabei, nach Fossilien zu graben. Die Abbruchmasse rage schmal etwa 30 Meter in die Ostsee hinein. Das werde aber bis zum Sommer wieder weggespült sein.

Auf Rügen geraten Urlauber trotz Warnungen immer wieder bei Abbrüchen in Notlagen. Gefahren bestehen generell an den zwischen 35 und 70 Meter hohen Steilküsten, etwa bei Jasmund, Wittow und Granitz. Zudem sei es an Steilküsten auf Hiddensee, auf dem Fischland bei Ahrenshoop und im Klützer Winkel in Nordwestmecklenburg gefährlich. Im Dezember 2011 war am Kap Arkona auf Rügen, etwa 50 Kilometer von Sassnitz entfernt, ein zehnjähriges Mädchen verschüttet worden und gestorben.

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