Anleger verloren ihr Geld:

Auftakt im Strafprozess um Pleite von Volkssolidarität-Fonds

Der Name Volkssolidarität klang für viele seriös und sicher. Deshalb vertrauten die meist älteren Menschen ihr Geld auch den Fonds an. Viele verloren mit der Pleite der Fonds aber alles. Nun steht einer der Verantwortlichen vor Gericht.

Viele Anleger vertrauten dem Fonds der Volkssolidarität. Nun sehen sie sich um ihre Ersparnisse gebracht.

Ein halbes Jahr nach dem Ende des ersten Zivilverfahrens befasst sich nun ein Strafgericht mit den Betrugsvorwürfen gegen frühere Manager der Volkssolidarität. Ein heute 63 Jahre alter Ex-Geschäftsführer des Wohlfahrtsverbandes muss sich von Montag an wegen gewerbsmäßigen Betrugs in 144 Fällen und Insolvenzverschleppung vor dem Landgericht Rostock verantworten. Ein zweiter Mann, der an den Vorgängen beteiligt gewesen sein soll, muss nicht vor Gericht. Er ist den Angaben zufolge wegen Demenz nicht verhandlungsfähig. Das hatte die Zivilkammer in Rostock bereits vor einem Jahr entschieden.

Beide Männer - einst mit an der Spitze der Regionalverbände Mecklenburg Mitte und Bad Doberan/Rostock-Land - hatten laut Anklage Immobilienfonds initiiert. Im Vertrauen auf die soziale Ausrichtung der Volkssolidarität investierten rund 1600, meist ältere Menschen Teile ihrer Ersparnisse. In den Fonds "Volkssolidarität Sozial Immobilien GmbH und Co KG" und "Volkssolidarität Sozial Immobilien GmbH" sollen dann zwischen 2001 und 2009 aber rund 9,5 Millionen Euro versickert sein. Betroffene, die zum Teil erhebliche Verluste erlitten hatten, reichten Klagen ein. Ein Anwalt der Geschädigten sprach von einem "Schneeballsystem", Auszahlungen seien mit neuen Einlagen finanziert worden.

Das Image der Volkssolidarität im Land ist ramponiert

Mitte Mai hatte eine Zivilkammer des Landgerichts Rostock den Kreisverband Bad-Doberan - Rostock Land zur Zahlung von 100 000 Euro Schadenersatz plus Zinsen verurteilt. Das Gericht ging davon aus, dass der Kreisverband von den Schwierigkeiten der Fonds wusste, eine Mitarbeiterin aber dennoch die Geldanlage des Klägers im Jahr 2007 ermöglichte. Drei weitere Klagen wurden abgewiesen. Nach Angaben der Landesverbraucherzentrale sind derzeit aber noch 60 bis 70 Zivilverfahren anhängig.

Das Wirken der einstigen Manager habe das Image der Volkssolidarität im Land ramponiert, sagte der stellvertretende Landesvorsitzende, Reinhold Sobottka. Er bedauere, dass durch "das unverantwortliche Handeln zweier Geschäftsführer vielen Menschen großer Schaden zugefügt" worden sei. Doch habe das Gericht festgestellt, dass den Vorstand des Landesverbands keine Schuld treffe.

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