Verfahren gegen KZ-Sanitäter:

Auschwitz-Komitee rügt Neubrandenburger Richter

Wenige Tage vor dem Beginn des Prozesses gegen den ehemaligen SS-Mann Hubert Z. muss sich das Schwurgericht des Neubrandenburger Landgerichts scharfe Kritik Gefallen lassen.

Christoph Heubner, Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees (IAK), greift Neubrandenburger Richter scharf an.
Boris Buchholz Christoph Heubner, Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees (IAK), greift Neubrandenburger Richter scharf an.

Am Montag beginnt der Prozess gegen Hubert Z., einen ehemaligen SS-Sanitäter im KZ Auschwitz, am Neubrandenburger Landgericht. Schon seit Monaten bewegt das Verfahren die Gemüter. Jetzt greift das Auschwitz-Komitee das Schwurgericht scharf an. "Für die Überlebenden steht als Eindruck im Raum, dass die Neubrandenburger Richter sich bisher gegenüber Auschwitz-Überlebenden als Nebenkläger und Beteiligte am Prozess in einer arroganten Verweigerungshaltung eingerichtet hatten. Warum die Richter in Neubrandenburg einen so anderen Weg gewählt haben, als die an ähnlichen Prozessen beteiligten Gerichte in Lüneburg und Detmold ist für sie nicht nachvollziehbar", erklärte Christoph Heubner, der Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz-Komitees am Donnerstag.

Hintergrund der Kritik: Erst nach der Intervention des Oberlandesgerichts Rostock hat das Landgericht den 85-jährigen amerikanischen Staatsbürger Walter Plywaski als Nebenkläger zugelassen. Er hatte Auschwitz überlebt, während seine Mutter ermordet wurde. 

"Die Richter in Neubrandenburg haben ab Montag im Verfahren die Chance, ihre bisher eher peinliche Rolle zu korrigieren und deutlich zu machen, dass auch sie in einer Tradition stehen, die sich der jahrzehntelangen unseligen Versäumnisse der deutschen Justiz bei der Aufarbeitung der SS-Verbrechen in den deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagern bewusst ist", erklärte Heubner.

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