Nach abgesagter Jagd:

Autobahn-Rehe werden Chefsache

Am Dienstag werden die Minister über einen Vergrämungs-Plan gegen sechs Rehe an der A 20 diskutieren. Jetzt ist auch klar, warum die Jagd kurzfristig abgesagt wurde.

Die Rehe an der Autobahn lösen Streit zwischen zwei Ministerien aus.
Julian Stratenschulte Die Rehe an der Autobahn lösen Streit zwischen zwei Ministerien aus.

Sechs Rehe an der Autobahn A20 beschäftigen nun das Kabinett in Schwerin. Umwelt- und Verkehrsministerium kündigten am Montag an, einen Vorschlag zu erarbeitet, der am Dienstag der Ministerrunde zur Diskussion vorliegen soll. 

Am Samstag hätte eigentlich eine Jagd auf die Tiere an der A 20 stattfinden sollen, die, so die Befürchtung, eine Gefahr für Autofahrer darstellen. Drei Stunden sollte die Autobahn zwischen den Anschlussstellen Dummerstorf und Sanitz dafür gesperrt werden. Doch am Freitagabend wurde die Jagd kurzfristig abgesagt.

Es lasse sich auch eine nachhaltigere Lösung für die Tiere finden, urteilte das Umweltministerium über den Beschluss der zuständigen Jagdbehörde. Aufgrund der nicht gegeben öffentlichen Akzeptanz des Abschusses, komme als einzig akzeptable Gefahrenabwehr nur das Heraustreiben der Tiere aus dem Autobahnabschnitt in Betracht, so Pressesprecherin Eva Klaußner-Ziebarth.

Vergrämungs-Aktion in Vergangenheit fehlgeschlagen

Das hatten Mitarbeiter der Autobahnmeisterei aber bereits versucht. Der Versuch schlug fehl, weil sich die ortstreuen Tiere bereits nach wenigen Stunden wieder am angestammten Platz einfanden.

"Auf der Straßenbauverwaltung würde großer öffentlicher Druck lasten, sollte es zu einem schweren Unfall kommen, den man nicht versucht hätte zu verhindern", verteidigt hingegen Steffen Wehner vom Verkehrsministerium die ursprüngliche Entscheidung.