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Autodieb kam nicht besonders weit

Bereits einen Tag nach dem Diebstahl eines 17  000 Euro teuren Kombis kann die Polizei einen Fahndungserfolg vermelden. Steckt hinter der Festnahme sogar ein größerer Fall?

Schnell konnte die Polizei nun einen Erfolg vermelden: Ein Autodieb war bereits nach einem Tag aufgespürt worden.
Jan Woitas Schnell konnte die Polizei nun einen Erfolg vermelden: Ein Autodieb war bereits nach einem Tag aufgespürt worden.

Der dunkelblaue Audi A6 im Wert von 17 000 Euro verschwand in der Nacht zu Montag von einem Grundstück in Mölschow (Vorpommern-Greifswald) – bereits einen Tag später tauchte der geklaute Wagen wieder auf. Gerade einmal 40 Kilometer weit entfernt im polnischen Warszow. Polizisten hatten den Kombi mit deutschen Kennzeichen auf einem Parkplatz entdeckt. Als Tatverdächtiger wurde laut polnischen Medien einer junger Mann festgenommen. Bei dem Fund war wohl auch ein bisschen Glück im Spiel. Unter Szenekennern gilt Warszow nämlich als relativ sicheres Ufer für Autodiebe. Das Nadelöhr ist die Fährverbindung über die Swine. Haben Kfz-Diebe und Autoschieber den Fluss überwunden, steht ihnen der Weg nach Osten offen.

Das Polizeipräsidium in Neubrandenburg hat den Fahndungserfolg der polnischen Kollegen bereits bestätigt. „Bei dem sichergestellten Pkw handelt es sich um den gestohlenen Audi aus Mölschow“, teilte eine Polizeisprecherin mit. Die weiteren Ermittlungen würden von den polnischen Beamten geführt, die Dienststellen beider Länder stünden aber in Kontakt. Ein Zusammenhang mit weiteren Autodiebstählen im Landkreis Vorpommern-Greifswald werde geprüft.

Täter gehen oft nach "Homejacking"-Methode vor

Die Polizei registriert bereits seit längerem in der Region vermehrt Diebstähle von hochwertigen Autos. Auffällig ist dabei, dass die Täter häufig nach der sogenannten „Homejacking“-Methode vorgehen, bei der sie in Wohnungen einbrechen und die Fahrzeugschlüssel stehlen.

Nach diesem Muster seien 2014 in Vorpommern-Greifswald 31 Fälle begangenen worden, so die Polizei. Diebe hatten in Wackerow bei Greifswald im Dezember vergangenen Jahres die Haustür eines Einfamilienhaus aufgebrochen und die Autoschlüssel sowie den auf dem Grundstück geparkten Audi A4 gestohlen. Der Schaden belief sich auf etwa 30 000 Euro.

Grund für die Zunahme dieser Masche des Autodiebstahls, so vermuten die Ermittler, sei die technische Verbesserung elektronischer Wegfahrsperren. Deshalb sei es einfacher, erst den Schlüssel zu stehlen.