Auftragsplus:

Autozulieferer unter Kostendruck der Marken

Rund 5000 Menschen arbeiten im Land in dieser Branche. Die Geschäfte laufen trotz des harten Wettbewerbs gut – ungeachtet höherer Gehälter als bei der Konkurrenz in Osteuropa.

Autozulieferer im Land wie Webasto sehen sich nicht nur dem Wettbewerbsdruck von Konkurrenten aus dem Osten ausgesetzt. Auch die großen namhaften Hersteller erwarten von den Unternehmen Rabatte. Foto: Stefan Sauer
Stefan Sauer Autozulieferer im Land wie Webasto sehen sich nicht nur dem Wettbewerbsdruck von Konkurrenten aus dem Osten ausgesetzt. Auch die großen namhaften Hersteller erwarten von den Unternehmen Rabatte. Foto: Stefan Sauer

Die Autozulieferer im Nordosten sehen sich einem verstärkten Wettbewerbsdruck von Konkurrenten aus Billiglohnländern ausgesetzt. „Insbesondere die  Kosten für Löhne und Gehälter sind bei uns deutlich höher als beispielsweise  in Osteuropa“, sagt Andreas Vietinghoff, Netzwerkmanager des Branchenverbunds Automotive-MV. In Mecklenburg-Vorpommern beschäftigen die rund 100 Autozulieferer rund 5000 Mitarbeiter, darunter mehrere Firmen in Neubrandenburg sowie in Woldegk oder Teterow. Verwender von Standheizungen, Airbag-Komponenten, Temperatursensoren oder Innenausstattungen aus MV sind unter anderem sämtliche namhaften deutschen Autohersteller.

Laut Vietinghoff ist es den Unternehmen im Nordosten aber gelungen, ihre Marktposition durch bessere Qualität und niedrigere Produktionskosten gegenüber der Konkurrenz zu stärken. „Wir müssen mit weniger Leuten mehr Top-Produkte als andere herstellen“, erläutert er. Allein im dritten Quartal 2014 habe sich die Auftragslage der Mitglieder von Automotive-MV im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zwei Prozent verbessert – und liegt damit deutlich über dem allgemeinen Wachstum von 1,2 Prozent. Von 2010 bis 2013 sei innerhalb von drei Jahren der Umsatz der Branche sogar um 13 Prozent gewachsen.

Autokonzerne erwarten satte Rabatte

Doch nicht allein die Mitbewerber aus Europa und anderen Teilen der Welt übten starken Druck auf die Zulieferer aus. Auch die Autokonzerne erwarteten von ihren Geschäftspartnern einen jährlichen Preisrabatt von drei bis fünf Prozent. „Damit wollen sich die Montagewerke ihren Anteil am Produktivitätsgewinn aus der Serienfertigung bei den Zulieferern sichern“, erläutert Vietinghoff. Um diese Vorgaben zu erfüllen, drehe sich alles um Investitionen: Sowohl in die Ausbildung der Mitarbeiter als auch in Technik, Abläufe und Logistik. Deswegen beschäftige sich heute der Branchentag von Automotive-MV in Greifswald mit der Innovationskraft der Zulieferer.

Autozulieferer genießen nach Angaben des Netzwerkmanagers den Vorteil einer längeren Planungssicherheit, weil Pkw-Modellreihen über mehrere Jahre gefertigt werden. Die Zeit arbeite für die Zulieferer, weil die Pkw-Hersteller heute schon 70 Prozent der Werteschöpfung eines Autos nach außerhalb geben. „Dieser Anteil wird künftig eher wachsen“, blickt Vietinghoff voraus.

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