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Bäume auf A 19 gekippt - möglicherweise wieder Tornado

Orkanartige Böen, Starkregen, laut Meteorologen könnte es auch mehrere kleine Wirbelstürme südlich von Güstrow gegeben haben: Dennoch verlief das Unwetter nach Einschätzung der Polizei relativ glimpflich.

Ann-Kristin Hanell Einsatz auf der B 197 zwischen Neubrandenburg und Friedland. Ein entwurztelter Baum ist gegen ein Haus gekracht.

Ein Unwetter mit starken Sturmböen hat am Dienstag nach Angaben der Polizei nur geringe Schäden in Mecklenburg-Vorpommern angerichtet. Südlich von Güstrow in der Region Krakow am See wurden zahlreiche Bäume entwurzelt und einige blockierten die Autobahn 19, wie eine Polizeisprecherin in Rostock sagte. Die A19-Fahrbahn in Richtung Berlin musste wegen Schäden am Fahrbahnbelag vorübergehend gesperrt werden. Es seien aber keine Unfälle bekannt. Auch bei Lohmen (Landkreis Rostock), Woggersin nahe Neubrandenburg und bei Friedland stürzten mehrere Bäume auf Straßen und mussten weggeräumt werden.

Allerdings verhinderte das Unwetter die geplante Wettfahrt von Paddlern gegen ein 125 PS starkes Fahrgastschiff in Neubrandenburg. Man habe das Rennen auf dem Tollensesee aus Sicherheitsgründen abgesagt, sagte eine Sprecherin der Stadtwerke Neubrandenburg. Sechs Männer wollten in einem leichten Outrigger-Boot auf 200 Metern auf dem See schneller sein als das 14 Tonnen schwere Fahrgastschiff "Rethra".

Auch in Waren brachte das Unwetter Unruhe in den Aufbauplan der Müritz-Sail, die am Donnerstag beginnen soll. Die geplante Überführung eines neuen Hausbootes der Kuhnle-Werft von Rechlin über rund 30 Kilometer über die Müritz nach Waren, wo es bei der Müritz-Sail getauft werden soll, wurde wegen des Gewitters auf Mittwoch verschoben. "Hoffentlich gibt es dann nicht wieder Sturm", sagte ein Sprecher der Müritz-Sail.

Der Meteorologe Uwe Ulbrich vom Wetterdienst Meteomedia sagte, es sei nicht ausgeschlossen, dass es in dem Unwetter auch zu kleineren Tornados gekommen sei. Allerdings würden bei Gewittern extreme Sturmböen entstehen. Er schätzte sie auf Windstärke neun, das wären 75 bis 88 Stundenkilometer. Vor gut einer Woche hatte ein Tornado in Bützow einen Millionenschaden angerichtet.

Unterdessen hat die Landesregierung Bützow eine Soforthilfe von einer Million Euro zugesichert. Das Geld könne für den Abtransport von Schutt, notwendige Sicherungsmaßnahmen und zur Bezahlung von Hilfs- und Rettungskräften verwendet werden, sagte Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) nach der Kabinettssitzung am Dienstag in Schwerin. Die Ministerrunde habe der Soforthilfe einhellig zugestimmt, das Geld stelle das Finanzministerium aus nicht verbrauchten Haushaltsmitteln bereit, hieß es.

Durch Bützow war vor einer Woche ein Tornado gezogen und hatte nach nur zehn Minuten in der Altstadt eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Neben einer Fahrradfahrerin, die schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht worden war, hatte es 30 Leichtverletzte gegeben. Sellering hatte das Städtchen südlich von Rostock am Tag danach besucht. Das Ausmaß der Schäden hatte ihn sichtlich betroffen gemacht. Sellering kündigte weitere Hilfen an: "Klar ist: Wir werden den Wiederaufbau der Stadt unterstützen."

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