Eine erste Bilanz des Orkans:

Noch Bahnprobleme im Nordosten - 30 sturmbedingte Unfälle

Orkan Niklas ist über den Nordosten hinweggefegt. Zahlreiche Bäume brachen ab, wurden entwurzelt, gefährdeten Autofahrer und brachten einen Bahnstillstand. Die Auswirkungen werden wohl länger anhalten.

Jens Büttner Aufräumarbeiten nach dem Orkan: Hier wird ein beschädigter Pkw aus der Kleinen Wasserstraße in Schwerin abgefahren.

Inzwischen hat die Bahn den Verkehr wieder aufgenommen. Doch noch kommt es auf einigen Strecken in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin zu teils erheblichen Verspätungen und Ausfällen. Wegen nach wie vor eingeschränkter Verfügbarkeit der Infrastruktur - Gleissperrungen und beschädigte Oberleitungen - und durch Sturmfolgen beschädigte Fahrzeuge werden die Auswirkungen voraussichtlich bis in die heutigen Abendstunden zu spüren sein, heißt es von der Bahn.Bei Gransee (Landkreis Oberhavel) ist ein Regionalexpress wegen Sturmschäden auf offener Strecke liegengeblieben. Die Passagiere hätten in einen Ersatzzug umsteigen müssen, sagte ein Bahnsprecher. Der Zug sei auf der Strecke von Rostock nach Berlin-Südkreuz in eine herabhängende Oberleitung gefahren.

Landesweit zählte die Polizei etwa 30 sturmbedingte Unfälle mit mindestens drei Verletzten. «Dass es nicht mehr Unfälle wurden, lag wohl auch daran, dass viele Leute lieber zu Hause geblieben sind», sagte ein Polizeisprecher in Neubrandenburg. «Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen», meinte eine Sprecher der Rostocker Polizei.

Unfälle am Dienstag

Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte erreichte der Orkan am Dienstag zwischen 18.00 Uhr und 22.00 Uhr seinen Höhepunkt. Personen wurden laut Polizei nicht verletzt. Es fielen aber zahlreiche Bäume um und blockierten Straßen. In Neukalen gab es einen Stromausfall.

Eine Fahrerin auf der Bundesstraße 96 aus Neubrandenburg kommend in Richtung Neustrelitz konnte nicht mehr rechtzeitig ausweichen. Als um kurz vor 21 Uhr ein Nadelbaum auf die Fahrbahn fiel, traf er ihr Auto. Sie blieb aber zum Glück unverletzt. Der Schaden am Fahrzeug wird auf 1500 Euro geschätzt.

Gefährliches Ausweichmanöver

Anders dagegen um die gleiche Uhrzeit auf der Bundesstraße 198 zwischen Carpin und Neustrelitz, Höhe Oberzinow. Hier konnte ein Autofahrer einem plötzlich auf die Straße gefallenen Baum ausweichen, fuhr aber in die Leitplanke. Der Fahrer blieb unverletzt, der Schaden am Auto beträgt 500 Euro.

In Rechlin krachte ein Baum auf zwei hinter der Sparkasse parkende Autos. Schaden: 3300 Euro. Auch ein geparktes Auto in der Leipziger Alle in Anklam wurde von einem Baum getroffen. Hier beträgt der Schaden 1000 Euro.

Weiter Sturmböen

Auf der Bundesstraße 109 bei Ziethen kam es wegen des Orkans zu einem Unfall mit einem Güllefass. Die Polizei schätzt den Schaden auf mehr als 60 000 Euro.

Bis Mittwoch 21.00 Uhr gibt es eine Warnung des Deutschen Wetterdienstes vor Sturmböen mit Geschwindigkeiten zwischen 65 und 85 Stundenkilometern (Stärke 8 bis 9). Bei kräftigen Schauern oder Gewittern sind auch schwere Sturmböen bis 100 km/h möglich. Dadurch können immer noch Äste abbrechen oder Bäume entwurzelt werden.

Junge Segler gekentert

Mehrere Jugendliche des Berliner Segler-Verbandes und ihre Trainer sind unterdessen am Mittwoch vor Rostock-Warnemünde von einer Schlechtwetterfront überrascht worden. Wie die Polizei mitteilte, kenterten zwei Boote bei der Rückfahrt in den Yachthafen, eines lief auf Grund. Das Ganze ging aber glimpflich aus: verletzt wurde niemand, die Jollen konnten geborgen werden. Insgesamt waren zwölf Jugendliche in sechs Booten unterwegs, begleitet von drei Jollen, in denen die Trainer saßen. Eine Frau an Land hatte alles beobachtet und einen Notruf abgesetzt.

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