Mieterbund MV:

Bau und Sanierung von Mietwohnungen soll gefördert werden

In kaum einem anderen Bundesland müssen Menschen einen höheren Anteil ihres Einkommens für das Wohnen einsetzen. Rasch steigende Mieten erschweren vor allem für Familien mit geringem und durchschnittlichem Einkommen die Wohnungssuche.

Der Mieterbund Mecklenburg-Vorpommerns fordert staatliche Hilfen für den Neubau bezahlbarer Wohnungen und gezielte Maßnahmen zur Begrenzung von Mietpreissteigerungen.
Jens Büttner Der Mieterbund Mecklenburg-Vorpommerns fordert staatliche Hilfen für den Neubau bezahlbarer Wohnungen und gezielte Maßnahmen zur Begrenzung von Mietpreissteigerungen.

Mietpreissteigerungen auf teilweise mehr als 10 Euro je Quadratmeter verdeutlichen nach Ansicht des Mieterbundes dringenden Handlungsbedarf für die Wohnraumförderung in Mecklenburg-Vorpommern. Vor allem in den Universitätsstädten Rostock und Greifswald seien bezahlbare Wohnungen inzwischen äußerst rar.

"In solchen Gegenden mit hoher Nachfrage und einem nicht ausreichenden Angebot muss der Mietwohnungsneubau gefördert werden", mahnte Kai-Uwe Glause vom Landesmieterverband vor der Jahrestagung am Samstag in Wismar. Bei dem Treffen wollen die Vertreter der landesweit acht Mietervereine einen Fragen- und Forderungskatalog an die Politik verabschieden. Unter anderem soll die staatliche Förderung an Mietobergrenzen gekoppelt werden.

Bundesweit die höchsten Ausgaben für Mieten

Die von Bund und Land angekündigten Programme seien ein Anfang aber nicht ausreichend, sagte Glause und verwies auf Studien, nach denen auch in Mecklenburg-Vorpommern bezahlbarer Wohnraum fehle. Gezielte staatliche Förderung hält der Mieterbund auch bei der Sanierung bestehender Wohnbauten für erforderlich. So müssten Anreize für die energetische Sanierung und den weiteren Abbau von Barrieren im Wohnumfeld geschaffen werden. Damit könnten die Umlagen auf die Mieten verringert und der Mietkostenanstieg gebremst werden. Knapp zwei Drittel der Haushalte in Mecklenburg-Vorpommern leben zur Miete.

Obwohl die Mieten in Mecklenburg-Vorpommern im Bundesvergleich insgesamt als niedrig gelten, belasten sie die Konsumenten besonders. Nach Berechnungen des Statistikamtes in Schwerin sind 40,2 Prozent der Ausgaben privater Haushalte für Mieten, Energie, Wohnungsunterhalt und -einrichtung bestimmt. Das ist einer der höchsten Werte aller Bundesländer. Als Durchschnitt errechneten die Statistiker 782 Euro im Monat. Das sind zwar knapp 90 Euro unter Bundesdurchschnitt, allerdings sind die Löhne in Mecklenburg-Vorpommern auch bundesweit die niedrigsten. Die geringsten Wohnausgaben wurden für Sachsen mit 768 Euro, die höchsten für Hessen mit 1066 Euro errechnet.