Herbst 2015:

Baubeginn für Mirower Ortsumgehung steht fest

Nach jahrelangen Protesten können die Mirower nun hoffen: Der Bau der 30 Millionen Euro teuren Umgehungsstraße soll 2015 beginnen. Der Bürgermeister hofft, dass keine Klagen den Baustart verzögern. Dagegen müssen die Plauer noch deutlich mehr Geduld aufbringen.

Damit soll Schluss sein: Lkw rollen auf der Bundesstraße B 198 durch Mirow.
Bernd Wüstneck Damit soll Schluss sein: Lkw rollen auf der Bundesstraße B 198 durch Mirow.

Die Einwohner von Mirow (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) können jetzt ernsthaft mit dem Bau ihrer Ortsumgehung rechnen - brauchen aber trotzdem Geduld. „Den ersten Spatenstich für die knapp neun Kilometer lange Umfahrung soll es im Herbst 2015 geben“, sagte Bürgermeister Karlo Schmettau (FDP) am Mittwoch in Mirow. Das sei bisher im Bundesverkehrswegeplan so abgestimmt, der Bau werde wegen des komplizierten Baugrundes aber „fünf bis acht Jahre“ dauern. „Wenn es nach unserer Zeittafel weiterläuft, bauen wir im nächsten Herbst“, sagte Andreas Herold, amtierender Leiter des Straßenbauamtes Neustrelitz. Die Kosten werden auf rund 30 Millionen Euro geschätzt.

Durch die von Gewässern umgebene Kleinstadt mit Schlossinsel und der Residenz des Ex-Herzogtums Mecklenburg-Strelitz verläuft die stark befahrene Bundesstraße 198. Sie gilt als wichtigste Verkehrsachse im Süden Mecklenburg-Vorpommerns zu den Autobahnen nach Berlin, Hamburg und Westeuropa. Im Norden Mecklenburg-Vorpommerns wurde die Autobahn 20 gebaut, in Südmecklenburg und Nordbrandenburg fehlt nach Ansicht von Experten eine „leistungsfähige Ost-West-Straßenverbindung“.

Besonders sensibler Blitzer

Die enge Straße in Mirow wird regelmäßig für Proteste von Anwohnern gesperrt. Ein besonders sensibler Blitzer soll vor allem Lastwagen zu niedrigem Tempo zwingen. Am Mittwoch begannen in Mirow Anhörungen von Einwendern im Planverfahren für den ersten Bauabschnitt. „Die Zahl der Einwendungen ist für ein Verfahren dieser Größenordnung normal“, erklärte Herold. Sollte es aber zu Klagen kommen, könnte das den Baubeginn noch verzögern. Schmettau sieht die lange Bauzeit gelassen: „Wir haben länger Zeit, um uns darauf einzustellen“.

Mehrere Brücken nötig

Für die Ortsumgehung werden mehrere Brücken gebraucht, unter anderem zwei über die Müritz-Havel-Wasserstraße. „Die lange Bauzeit ergibt sich auch durch die feuchten Wiesen bei Starsow südlich von Mirow“, sagte Herold. Dort werde Kies in mehreren Lagen geschüttet. Die Aufschüttungen müssten sich über Monate setzen. So werde Wasser aus dem Baugrund gepresst.

Auch im Luftkurort Plau am See (Kreis Ludwigslust-Parchim) warten die Einwohner seit Jahren auf den Baubeginn ihrer Umfahrung. Das zuständige Straßenbauamt hat die Pläne nun bis Mitte November in Plau ausgelegt. Hier wurden bisher rund zehn Millionen Euro veranschlagt.

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