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Bausparkassen kündigen Zehntausende Verträge

Die großen Bausparkassen haben in den vergangenen Wochen Zehntausende Bausparverträge gekündigt. Bisher waren vor allem Sparer im Südwesten betroffen. Doch auch in MV und Brandenburg gibt es immer mehr Kündigungsfälle.

Wenn Bausparverträge plötzlich gekündigt werden, sollten Kunden lieber nachfragen.
Andrea Warnecke Wenn Bausparverträge plötzlich gekündigt werden, sollten Kunden lieber nachfragen.

Seit ein paar Monaten kommen immer wieder Menschen mit gekündigten Bausparverträgen zur Verbraucherzentrale Brandenburg. Mindestens einer pro Woche lasse sich laut Erk Schaarschmidt deswegen beraten. "Allerdings ist das nur die Spitze des Eisberges", sagt der Finanzexperte der Verbraucherzentrale Brandenburg.

Banken können hohe Zinsen nicht mehr gegenfinanzieren

In den vergangenen Wochen haben mehrere Bausparkassen laut eigenen Angaben zahlreiche Altverträge gekündigt, die seit mehr als zehn Jahren zuteilungsreif sind und bei denen die Kunden kein Darlehen in Anspruch genommen haben. Das Problem aus Sicht der Anbieter: Sie zahlen auf das Guthaben relativ hohe Zinsen von 3,5 Prozent und mehr. Das können sie aber nicht mehr gegenfinanzieren, da derzeit die Zinsen am Finanzmarkt auf einem historischen Tiefstand sind. Dabei waren die hohen Zinsen für viele Kunden mal ein Argument für den Vertragsabschluss.

Verträge sollte man von Experten prüfen lassen

Einige Kassen kündigen derzeit Verträge, die die Bausparsumme erreicht oder sogar überschritten haben. Bei der LBS Ost mit ihren rund 360 000 Kunden in MV und Brandenburg sei nicht in den Dimensionen wie bei anderen Bausparkassen mit Kündigungen zu rechnen, so LBS-Pressesprecher Thiet. Von einer Kündigung betroffenen Verbrauchern rät Verbraucherschützer Schaarschmidt dazu, den Vertrag sorgfältig durch einen Experten zu prüfen.

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