Fall Hubert Z.:

Befangenheitsanträge vor Prozess gegen KZ-Sanitäter abgelehnt

Mehr als 70 Jahre nach seiner Tätigkeit im Konzentrationslager Auschwitz muss sich ein heute 95-Jähriger vor Gericht verantworten. Nun rückt der Prozesstermin für Hubert Z. immer näher.

Der Prozess gegen HUbert Z. vor dem Landgericht Neubrandenburg kann wie geplant beginnen.
Bernd Wüstneck Der Prozess gegen HUbert Z. vor dem Landgericht Neubrandenburg kann wie geplant beginnen.

Der Prozess gegen einen 95 Jahre alten ehemaligen KZ-Sanitäter in Neubrandenburg kann am 29. Februar planmäßig beginnen. Das Landgericht hat mehrere Befangenheitsanträge gegen die mit dem Verfahren befasste Schwurgerichtskammer abgelehnt, wie ein Sprecher des Landgerichtes am Donnerstag erklärte. Das Gericht halte die Befürchtung, die Kammer könne nicht neutral agieren, für unbegründet. Staatsanwaltschaft und Nebenkläger hatten die Anträge gestellt.

Sie befürchteten, dass der Gesundheitszustand des Beschuldigten zu sehr im Mittelpunkt der Prozessführung stehen und Anlass sein könnte, den Prozess vorzeitig abzubrechen. Gegen die Entscheidung des Landgerichtes sei im Vorfeld kein Rechtsmittel möglich, sagte der Gerichtssprecher. Dies sei - wie in anderen Prozessen - nur im Zusammenhang mit einem Urteil vorgesehen.

Dem ehemaligen SS-Angehörigen aus einem Dorf bei Neubrandenburg wird Beihilfe zum Mord in mindestens 3681 Fällen vorgeworfen. Er soll vom 15. August bis zum 14. September 1944 im SS-Sanitätsdienst Auschwitz-Birkenau gewesen sein. In der Zeit seien dort 3681 Menschen vergast worden. Der Verteidiger des Mannes bestreitet eine Schuld.

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