Wenn der Vollstrecker klingelt:

Behörden pfänden verschärft TV-Gebühren

Die Schonzeit ist vorbei: In der Region ist die Zahl der Beitragssünder, bei denen die Vollstreckung läuft, erstaunlich hoch.

Im Nordosten gibt es hunderte Verweigerer des Rundfunkbeitrags. Ihnen drohen nun Kontosperre, Pfändung von Sachwerten oder Erzwingungshaft.
Soeren Stache Im Nordosten gibt es hunderte Verweigerer des Rundfunkbeitrags. Ihnen drohen nun Kontosperre, Pfändung von Sachwerten oder Erzwingungshaft.

Kontosperre, Pfändung von Sachwerten, Erzwingungshaft:Für die Zahlungsverweigerer des Rundfunkbeitrags für ARD und ZDF brechen schwere Zeiten an.  In der Region zwischen Müritz und Bodden, Uckermark und Usedom sind nach Recherchen unserer Zeitung hunderte Wohnungsnutzer oder -besitzer von den Strafmaßnahmen betroffen.

Allein in Neubrandenburg gibt es laut Rathaus derzeit 1354 Gebührenverweigerer, die sich eingeleiteter Vollstreckungsmaßnahmen erwehren müssen. In Prenzlau gerieten im vergangenen Jahr fast 300 Einwohner ins Visier der Vollstrecker. Wie es in der Stadtverwaltung heißt, willigten in den meisten Fällen die Schuldner in Ratenzahlungen ein. Nach den veränderten gesetzlichen Bestimmungen sei die Kommune angehalten, Betroffenen, die nicht zahlen können, eine Vermögensauskunft abzuverlangen. Gleichzeitig erfolge ein Eintrag in das zentrale Schuldnerverzeichnis.

Doch nicht nur in Städten wie Pasewalk mit 170 Vollstreckungsbescheiden im vergangenen Jahr wird hart durchgegriffen. Auch in ländlichen Regionen werden säumige Zahler nicht vergessen: Allein im Amt Neustrelitz-Land mit rund 7600 Einwohnern werden den eigenen Angaben zufolge "in Amtshilfe" pro Monat etwa 30 Vollstreckungsmaßnahmen eingeleitet.

Wie der Sprecher des "Beitragsservice" in Köln erklärte, würden derzeit bundesweit pro Monat etwa 60 000 Vollstreckungsersuchen an die zuständigen Behörden in den Bundesländern gerichtet.

Kommentare (2)

nach meiner Meinung geht es hier nicht nur um ARD und ZDF, sondern auch um den gesamten öffentlich rechtlichen Rundfunk. Wenn ich mir die Rundfunksender in unserem Bundesland betrachte, bedienen diese mit ihrem Musikangebot nur eine Zielgruppe. Alle anderen werden ignoriert, obwohl sie genauso ihre Beiträge bezahlt haben. Der NDR ist hier absolut intolerant. Für mich ist die hohe Zahl der Beitragsverweigerer nicht verwunderlich. Welche Möglichkeiten habe ich als Hörer, gegen diese Musikauswahl vorzugehen? Beschwerden an den NDR in Schwerin oder beim Rundfunkrat in MV bringen nichts.

sondern nur den NDR. Und dem geht es von Anfang an am Arsch vorbei was die Einwohner von MV wünschen. 45 min Sendezeit bekommt MV pro Tag. Das einzige was zählt sind die Gebühren leider kann ich nicht bestimmen welcher Rundfunk sie bekommt. Bei mir ist es der MDR.