Zurückgelassene Gefährten:

Beim Umzug bleiben die Vierbeiner oft auf der Strecke

Wohin mit dem Hund, wenn ein Umzug in eine kleinere Wohnung ansteht? Eine Problematik, die nicht nur die Halter in Bedrängnis bringt und Trennungsschmerz auslöst. Am meisten leidet das Tier.

Nero, hier ein Foto aus dem Tierheim, hatte Glück. Durch einen Zufall fand der vierjährige Rüde ein neues Zuhause – mit Familienanschluss.
Elke Enders Nero, hier ein Foto aus dem Tierheim, hatte Glück. Durch einen Zufall fand der vierjährige Rüde ein neues Zuhause – mit Familienanschluss.

Dass gerade der Tag des Hundes ist, davon ahnt Nero nichts. Er liegt in seinem Korb und schläft den Schlaf des Gerechten. Dabei hatte er kürzlich noch wild im Zwinger herumgeblafft. Er stand anfangs völlig neben sich – als er im Tierheim Malchow aufgenommen wurde. Die Tiere dort werden nach Kräften versorgt. Dennoch, das Zuhause und das gewohnte Umfeld können ihnen die Mitarbeiter nicht ersetzen.

Dabei hatte der vierjährige Rüde eigentlich ein gutes Leben. Seine Besitzer hatten ihn als Welpe angeschafft. Er hatte Auslauf, war ein treuer Begleiter, allerdings mit Temperament und ausgeprägtem Jagdinstinkt. In der neuen Wohnung im Neubaublock wurde es schwierig mit dem Hund. Er war permanent am Bellen, was auch die Nachbarschaft in Mitleidenschaft zog. Umständehalber mussten sich die Besitzer von ihrem Gefährten trennen. Mit Zetteln und Aushängen, aber auch mit Zeitungsanzeigen hatten sie versucht, ein neues Zuhause für den Vierbeiner zu finden. „In liebe Hände abzugeben...“, hieß es darauf.

Der Zufall meinte es gut mit Nero

Doch Fehlanzeige. Niemand konnte sich für den Riesenschnauzer-Mischling erwärmen. Schließlich landete Nero im Tierheim. Die Atmosphäre zwischen vielen Schicksalsgenossen machte den auf den Menschen fixierten Hund ganz wirr. Ein glücklicher Zufall wollte es, dass er dann doch noch eine Bleibe fand: Auf einem Gehöft, mit viel Auslauf und Familienanschluss versucht er sich gerade einzugewöhnen. 

Dabei ist Nero längst nicht der einzige Hund, der im Tierheim Malchow auf Vermittlung wartet: 23 bellende und winselnde Zeitgenossen hoffen hier, dass sich die Zwingertür für immer öffnet. „Das Problem nimmt zu, dass Hunde bei einem Umzug einfach übrig bleiben“, sagt Margret Kuhlmann, Vorsitzende des Tierschutzvereins Waren, in dessen Trägerschaft das Malchower Tierheim ist. Oft würden die Leute ins Betreute Wohnen ziehen oder in kleinere Wohnungen, die sich für die Tiere nicht mehr eignen.

Ein Tierheim kann keine Auffangstation sein

Was übrig bleibt, sind die Vierbeiner. So wie die zwölfjährige Kira, eine helle Schäferhündin, die seit einem halben Jahr im Tierheim sitzt – mit wenig Aussicht auf Vermittlungschancen. „Wer will schon einen zwölf Jahre alten, in den Gelenken kranken Hund?“, verdeutlicht Margret Kuhlmann das Problem. Dabei weist die Tierschützerin darauf hin, dass es meist auch Möglichkeiten gibt, das eigene Tier in Obhut zu behalten. „Manchmal lässt sich eine Schülerin finden, die gern mit dem Tier spazieren geht, oder ein Garten anmieten, wo es Auslauf hat.“ Das Tierheim könne bei Umzügen nicht Auffangstation sein.

Was Nero angeht, gibt er sich alle Mühe, es seinen neuen Besitzern leicht zu machen. Zwar muss er noch lernen, Enten und Hühner als gleichberechtigte Nachbarn zu akzeptieren. Aber in den ersten Tagen hat er sich als Mitbewohner im neuen Zuhause empfohlen.

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