German-Pellets-Pleite:

Beschäftigte von Insolvenz kaum überrascht

Schon seit Längerem scheint sich die Schieflage des Brennstoffherstellers German Pellets abgezeichnet zu haben. Die Belegschaft jedenfalls sah deutliche Anzeichen dafür.

Nach dem Insolvenzantrag der German Pellets GmbH will sich jetzt die IG Metall um die Beschäftigten kümmern.
Bernd Wüstneck Nach dem Insolvenzantrag der German Pellets GmbH will sich jetzt die IG Metall um die Beschäftigten kümmern.

Für die Beschäftigten des insolventen Holzverarbeiters German Pellets hat sich der Niedergang des Unternehmens schon seit Längerem abgezeichnet. Reparaturen an den Produktionsmaschinen seien meist nur notdürftig, oft gar nicht mehr erfolgt, berichteten Mitarbeiter auf einer Gewerkschaftsveranstaltung am Donnerstagabend in Wismar. Dazu eingeladen hatte die IG Metall, die auch für Arbeitnehmer in der Holzverarbeitung zuständig ist, um die Beschäftigten über Rechte und Pflichten im Insolvenzfall zu informieren.

Das Unternehmen, nach eigenen Angaben weltgrößter Produzent und Händler von Holzpellets, hatte seinen Expansionskurs mit Anleihen finanziert. Zum 1. April wird eine Anleihe mit einem Volumen von 52,4 Millionen Euro fällig. Am Mittwoch voriger Woche sagte das Unternehmen kurzfristig eine Gläubigerversammlung ab und stellte einen Insolvenzantrag. German Pellets ist bei Anlegern über zwei weitere, ebenfalls mit 7,25 Prozent verzinste Anleihen mit weiteren 172 Millionen Euro in der Schuld. Tausende Geldgeber fürchten nun um ihre Anlagen. Die Anleihen verloren zuletzt dramatisch an Wert.

Eine gute Nachricht für die Belegschaft

Wie am Donnerstag bekannt wurde, haben die rund 150 German-Pellets-Mitarbeiter in Wismar ihre Löhne nahezu pünktlich erhalten. Die Zahlungen seien angesichts der noch ausstehenden Verfahrenseröffnung als Vorschuss auf das Insolvenzgeld geleistet worden, sagte ein Sprecher der vorläufigen Insolvenzverwalterin Bettina Schmudde.

Zur finanziellen Situation des Unternehmens machte der Sprecher keine Angaben. Laut "Handelsblatt" soll die Insolvenzverwalterin nur 5000 Euro in den Firmenkassen vorgefunden haben. Derlei Berichte würden nicht kommentiert, hieß es.

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