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Betrieb zwischen Malchow und Parchim eingestellt

Ein privater Bahnbetreiber stellt den Personenverkehr zwischen Malchow und Parchim nach monatelangem Protest von Initiativen ab Mittwoch endgültig ein. Für den Bahn-Weiterbetrieb fehlten den Großkreisen zuletzt bis zu 800 000 Euro jährlich. Nun fahren nur Busse.

Um 17.02 Uhr fährt am Dienstag der letzte Zug der Mecklenburgischen Südbahn von Malchow  nach Parchim.
Um 17.02 Uhr fährt am Dienstag der letzte Zug der Mecklenburgischen Südbahn von Malchow  nach Parchim.

Im Süden Mecklenburgs endet an diesem Dienstag ein Stück Bahngeschichte: Nach 130 Jahren fahren zwischen Parchim (Kreis Ludwigslust-Parchim) und Malchow (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) die vorerst letzten Personenzüge. „Wir stellen den Bahnbetrieb zum 31. März ein“, erklärte Tino Hahn, Vorstand der Hanseatischen Eisenbahn GmbH (Putlitz), am Montag. Grund sei die fehlende finanzielle Unterstützung des Landes und der Landkreise.

Wie der Landrat des Seenpatte-Kreises, Heiko Kärger (CDU) am Montag erklärte, sollte der Weiterbetrieb der Strecke zuletzt bis zu 1,5 Millionen Euro im Jahr kosten. „Das Land würde 667 000 Euro geben, dann würden noch 500 000 bis 800 000 Euro fehlen“, erklärte Kärger beim Kreistag in Neubrandenburg. Zuletzt gab es täglich vier Fahrten zwischen Parchim und Malchow und sieben Züge zwischen Parchim und Lübz.

Das Schweriner Verkehrsministerium hatte 2014 verfügt, dass auf diesem Teil der Mecklenburgischen Südbahn schon vom 14. Dezember 2014 an Busse die Züge ersetzen sollten. Als Gründe wurden geringe Fahrgastzahlen und Einsparungen von rund drei Millionen Euro genannt. Dagegen gab es Proteste. Die Hanseatische Eisenbahngesellschaft hatte in der Hoffnung auf einen weiterführenden Auftrag den Zugbetrieb auf der rund 40 Kilometer langen Strecke seitdem auf eigene Rechnung aufrechterhalten, stellt diesen nach einem letzten Treffen mit dem Land und den Landkreisen Mitte März nun aber ein. Die Kreise waren mit einer Klage gegen das Land gescheitert.