Umfassendes Geständnis:

Betrug bei Ferienwohnungen vor Gericht

Unter Tränen legt ein Angeklagter ein umfassendes Geständnis ab: Er habe übers Internet Ferienwohnungen angeboten, auf die er gar keinen Zugriff hatte - und so Menschen um ihren Ostseeurlaub gebracht.

Wegen Betrugs bei der Vermietung von Ferienwohnungen muss sich ein 56-jähriger Mann vor dem Amtsgericht Rostock verantworten.
Jens Büttner Wegen Betrugs bei der Vermietung von Ferienwohnungen muss sich ein 56-jähriger Mann vor dem Amtsgericht Rostock verantworten.

Mit einem umfassenden Geständnis des Angeklagten hat am Donnerstag vor dem Amtsgericht Rostock ein Prozess wegen Betrugs bei der Vermietung von Ferienwohnungen begonnen. Laut Anklage soll der 56-Jährige im Sommer 2014 Urlauber mit falschen Mietangeboten hinters Licht geführt haben. Er habe dabei zusammen mit einem Komplizen und später auch mit seiner Frau insgesamt rund 60000 Euro erbeutet. Das Motiv seien enorme finanzielle Probleme gewesen, erklärte der 56-Jährige, der als selbstständiger Betriebswirt in der Finanzbranche arbeitete. Er schäme sich zutiefst, es gebe keine vernünftige Erklärung für sein Verhalten. Dieses widerspreche auch seiner moralischen Grundüberzeugung, sagte er unter Tränen.

Viel Aufmerksamkeit durch "Aktenzeichen XY ... ungelöst"

Er hatte laut Anklage Ferienwohnungen in Kühlungsborn über das Internet angeboten, auf die er gar keinen Zugriff hatte. Der Mann entschuldigte sich bei allen Geschädigten. Deren Verluste habe er zurückerstattet. Dazu gehörten auch die Kosten für die Fahrten an die Ostsee und zusätzliche Übernachtungen, nachdem die potenziellen Urlauber keine freie Unterkunft vorfanden. Laut Staatsanwalt hatte er in 60 Fällen Geld erhalten.

Durch die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY...ungelöst“ im Januar dieses Jahres hatte der Fall bundesweite Aufmerksamkeit bekommen. Nach der Veröffentlichung von Phantombildern und eines Bandes mit seiner Stimme waren Hinweise auf den Angeklagten eingegangen.

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