Verfolgungsjagd nach Kontrolle:

Bewährung für betrunkenen Polizisten

Er war nicht nur betrunken, sondern hatte auch noch seine Tochter auf dem Beifahrersitz. Als ihn seine Kollegen kontrollieren wollten, raste er davon. Nun wurde er dafür verurteilt.

Sechs Bier und eine 0,7 Literflasche Kräuterlikör hatte der Angeklagte getrunken, bevor er ins Auto stieg.
Patrick Pleul/Ralf Hirschberger/Montage: NK Sechs Bier und eine 0,7 Literflasche Kräuterlikör hatte der Angeklagte getrunken, bevor er ins Auto stieg.

Ein Rostocker Polizist ist zu einer viermonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden, weil er in volltrunkenem Zustand eine Verkehrskontrolle ignoriert und sich mit seinen Kollegen eine gefährliche Verfolgungsjagd geliefert hatte. Er war bei dieser Fahrt mit Tempo 160 durch die Innenstadt und rund 200 km/h auf der A 19 unterwegs – seine 14-jährige Tochter auf dem Beifahrersitz. Nach dem Urteil des Amtsgerichts Rostock von Montag muss er darüber hinaus 2000 Euro Strafe zahlen und mit einem polizeiinternen Disziplinarverfahren rechnen.

Der Mann zeigte nach Auffassung des Gerichts aufrichtige Reue. Er musste sein Geständnis immer wieder unterbrechen, um die Fassung zu gewinnen. Er sei alkoholkrank und in Therapie, sagte der Angeklagte. Er gab an, wegen massiver privater Probleme an diesem Vormittag Anfang Dezember 2014 sechs Bier und eine 0,7 Literflasche Kräuterlikör getrunken zu haben. Bei ihm wurde nach der Festnahme ein Blutalkoholspiegel von 2,45 Promille gemessen.

Tochter schrie, doch Vater reagierte nicht

Eindringlich schilderte die Polizistin, die ihn kontrollieren wollte, das Geschehen an diesem Dezemberabend. Der Angeklagte sei bei der Annäherung losgefahren und hätte weder auf Martinshorn noch Blaulicht reagiert. Bei seiner Flucht sei er immer wieder im Feierabendverkehr auf die Gegenspur gefahren, habe die Vorfahrt anderer Autofahrer oder rote Ampeln einfach ignoriert. Die Flucht endete erst, als ein Reifen seines Autos platzte. Die Tochter sei völlig verwirrt und am Ende gewesen, schilderte die Polizistin. Das Mädchen habe eigenen Angaben zufolge immer wieder geschrien, doch ihr Vater habe nicht reagiert.

Der Richter war jedoch überzeugt davon, dass der Angeklagte sich über seine Tat bewusst war und verurteilte den Mann wegen vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs und Widerstand gegen Vollzugsbeamte.

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