Fit für die Aquakultur:

Bornforelle und Ostseeschnäpel können gezüchtet werden

Deutschland liegt im internationalen Vergleich bei der Produktion von Fischen in Aquakulturen weit hinten. Dummerstorfer Biologen haben dafür gesorgt, dass sich das ändern kann.

Junge Ostseeschnäpel in einem Schaubecken in der Teichwirtschaft Frauenmark (Mecklenburg-Vorpommern).
Bernd Wüstneck Junge Ostseeschnäpel in einem Schaubecken in der Teichwirtschaft Frauenmark (Mecklenburg-Vorpommern).

Jahrelang haben Biologen des Leibniz-Instituts für Nutztierbiologie Fische auf ihre Eignung für Aquakulturen untersucht. Am Freitag wurde in Dummerstorf das Ergebnis vorgestellt: Die Bornforelle und der Ostseeschnäpel sind fit für die Haltung in Aquakulturanlagen.

„Jetzt wissen wir genau, warum sich die Bornforelle besser als alle anderen importieren Forellenarten für eine Zucht in geschlossenen Kreisläufen eignet“, erklärte der Abteilungsleiter für Fischgenetik, Tom Goldammer. Es sei gelungen, die notwendigen Biomarker zu identifizieren.

Den Forschern um Goldammer gelang es, die Gene der Forelle zu entschlüsseln – eine Grundlage für die Züchtung unter den Bedingungen in Aquakulturanlagen. So konnte die Überlebensrate von Setzlingen bis zur schlachtreifen Forelle auf 96 Prozent erhöht werden. Die Tiere seien deutlich robuster als alle anderen Forellenarten. Für Tom Goldammer und sein Team ist das die Grundlage, um die Bornforelle künftig ohne wirtschaftliches Risiko halten zu können. Vergleichbare Erfolge wurden auch beim Ostseeschnäpel erzielt.

Deutschland sei bei der Aquakultur ein Entwicklungsland. Werden weltweit inzwischen jährlich 67 Millionen Tonnen Fisch in Aquakulturanlagen erzeugt, so waren es bundesweit lediglich 21 000 Tonnen. Der Anteil am gesamten Fischkonsum betrage damit weniger als zwei Prozent. Doch weil inzwischen viele Arten in den Weltmeeren überfischt sind, gewinne die Fischmast in geschlossenen Kreislaufsystemen zunehmend an Bedeutung.

Nordkurier digital: Jetzt 6 Wochen zum Sonderpreis testen!