Zwei verletzte Personen:

Brandstiftung in Wohnhaus mit Flüchtlingen

Unbekannte Täter haben am Montagabend ein Wohnhaus in Brand gesetzt. Neben Einheimischen waren auch zehn Flüchtlinge dort untergebracht.

Die Polizei ermittelt, ob es sich bei der Brandstiftung um eine fremdenfeindlich-motivierte Tat handelt.
Stefan Sauer Die Polizei ermittelt, ob es sich bei der Brandstiftung um eine fremdenfeindlich-motivierte Tat handelt.

Unbekannte haben in Woldegk im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte ein Mehrfamilienhaus, in dem auch zehn Flüchtlinge untergebracht waren, angezündet. Die Asylsuchenden sollen aus Syrien und der Ukraine stammen. Nach Angaben der Polizei war der Brand am Montagabend im Keller des Hauses, das sich mitten in der Stadt in Marktnähe befindet, gelegt worden. Da der Qualm ins Treppenhaus zog, war den insgesamt 35 Bewohnern der Fluchtweg abgeschnitten. Die eingesetzten freiwilligen Feuerwehren aus Woldegk, Hinrichshagen und Dewitz mussten mehrere Personen über eine Drehleiter evakuieren.

Ein 76-Jähriger und ein 14-jähriges Mädchen kamen mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung ins Klinikum Neubrandenburg. Das Haus war zunächst unbewohnbar, sodass die Menschen in Notunterkünften untergebracht werden mussten. Auch am Dienstagvormittag waren die Wohnungen noch gesperrt. Sie sollen aber größtenteils am Mittag wieder freigegeben werden. Die Bewohner durften am Morgen kurz in ihre Wohnungen um Tabletten und nötige Dinge zu holen. Brandursachenermittler sind momentan vor Ort, geben allerdings noch keine Auskunft. Inzwischen hat sich auch der polizeiliche Staatsschutz eingeschaltet. "Es wird geprüft, ob es einen politisch motivierten Hintergrund gibt", sagte eine Polizeisprecherin in Neubrandenburg. Konkrete Hinweise darauf gab es zunächst aber nicht.

Rechtsstaatliche Härte gefordert

Der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Norbert Nieszery, sagte, er gehe davon aus, dass der Anschlag einen rechtsextremistischen Hintergrund hat. "Sollte sich dieser Tatverdacht bestätigen, hätte der rechtsextremistische Terror eine neue, erschreckende Dimension bei uns im Land erreicht." Er erwarte von den Sicherheitsbehörden massive Untersuchungen zur schnellstmöglichen Aufklärung des Anschlags. "Wir brauchen endlich Ermittlungserfolge, um die Täter mit aller rechtsstaatlichen Härte zur Rechenschaft zu ziehen", sagte der Sozialdemokrat. "Spätestens mit diesem Angriff auf Leib und Leben von Menschen ist eine Grenze überschritten worden."

In Mecklenburg-Vorpommern wurden laut Innenministerium in diesem Jahr bereits etwa 40 politisch motivierte Straftaten im Zusammenhang mit Asylbewerberunterkünften erfasst, die meisten davon in den letzten drei Monaten. Darunter waren alleine vier Brandstiftungen - in Breesen, Boizenburg, Trassenheide und Friedland - sowie Sachbeschädigungen, Fälle von Volksverhetzung, Bedrohung, Beleidigung sowie das Verwenden verfassungswidriger Kennzeichen. Nicht einmal in der Hälfte der Fälle wurden bislang Tatverdächtige ermittelt.

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