Sensation auf dem Kartoffelacker:

Bronzezeitlicher Goldschmuck gefunden

Von einem Feld bei Crivitz ist ein Schmuck aus der Bronzezeit entdeckt worden. Archäologen wurden vom Reichtum der Grabbeigaben überrascht.

Einen mehr als 3000 Jahre alten goldenen Armring, der auf einem Kartoffelacker bei Crivitz gefunden wurde, zeigt Archäologe Jens-Peter Schmidt.
Jens Büttner Einen mehr als 3000 Jahre alten goldenen Armring, der auf einem Kartoffelacker bei Crivitz gefunden wurde, zeigt Archäologe Jens-Peter Schmidt.

Mehr als 3000 Jahre alten Goldschmuck haben Archäologen bei Grabungen auf einem Kartoffelacker bei Crivitz gefunden. Dort kam eines der am reichsten ausgestatteten bronzezeitlichen Gräber zutage, die in den vergangenen 100 Jahren auf dem Gebiet Mecklenburg-Vorpommerns gefunden wurden. Dies sagte der Landesarchäologe Detlef Jantzen in Schwerin. Als Grabbeigaben seien ein Messer, ein großer Goldring und zwei Fingerringe sowie eine goldene Fibel – eine Gewandspange – geborgen worden. „Bei dem Toten handelte sich um eine Persönlichkeit mit höherem sozialen Status“, vermutete Jantzen.

„Es war für uns überraschend, dass so viel in dem Grab drin war“, sagte er. Daneben lag es ein zweites, einfacheres Grab. Wer dort bestattet wurde, sei offen. Die Toten seien verbrannt worden. Die Gräber stammen laut Jantzen aus der Zeit um 1200 vor Christus.

Bronzeschwert weist den Weg

Anlass für die Grabung war ein Bronzeschwert, das ein Traktorist vor fünf Jahren auf dem Feld entdeckt hatte. Daraufhin hätten sich Archäologen und Bodendenkmalpfleger genauer mit dem Acker befasst, auf dem noch schwach ein bronzezeitlicher Hügel erkennbar sei. „Er wurde seit Jahrhunderten überpflügt“, sagte Jantzen. Der Pflug sei jetzt unmittelbar über den Resten der Bestattung gewesen, habe diese aber nicht zerstört. Nach der Kartoffelernte sei in der vorigen Woche gegraben worden, jetzt sei das Feld wieder bestellt. Besonders interessant ist laut Jantzen die Gewandspange. Von diesem Typ gebe es bislang nur neun, sie wurden in Dänemark und Schleswig-Holstein gefunden, zwei in Mecklenburg-Vorpommern. „Sie kennzeichnen offenbar eine Gruppe reich ausgestatteter Männergräber“, erklärte Jantzen. Für den Archäologen deuten sie drauf hin, dass es einen kulturellen Austausch zwischen den Regionen gab. Die Menschen der Bronzezeit seien mobil gewesen und hätten schon weite Reisen unternommen. Die Fundstücke sind dem Landesarchäologen zufolge jetzt im Depot verwahrt und sollen einmal im Museum gezeigt werden. Bei einer Untersuchung des Leichenbrandes könnten unter anderem Geschlecht, Alter und Größe der Bestatteten festgestellt werden. Der historische Wert der Gräberfunde sei so herausragend, weil über die Gesellschaftsstruktur dieser Zeit wenig bekannt sei.

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