Neuer Trend im Nordosten:

Bürger rüsten auf: Immer mehr Kleine Waffenscheine

Tausende spazieren mit freiverkäuflichen Waffen durch Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Vertrauen die Menschen der Polizei nicht mehr und wollen auf eigenen Faust für ihre Sicherheit sorgen?

Gas-, Leucht- oder Schreckschusspistolen liegen im Trend: Immer mehr Menschen im Nordosten besorgen sich einen Kleinen Waffenschein – aber Selbstschutz steht dabei nicht immer im Vordergrund. Foto: Oliver Killig
Oliver Killig Gas-, Leucht- oder Schreckschusspistolen liegen im Trend: Immer mehr Menschen im Nordosten besorgen sich einen Kleinen Waffenschein – aber Selbstschutz steht dabei nicht immer im Vordergrund.

Schwerin. Im Nordosten besorgen sich immer mehr Menschen einen sogenannten Kleinen Waffenschein. So wurden nach Angaben des Innenministeriums Mecklenburg-Vorpommern von Oktober 2014 bis Ende Oktober dieses Jahres 228 solcher Berechtigungen zum Führen einer Schreckschusspistole in der Öffentlichkeit ausgestellt. Ein Jahr zuvor waren es noch 126. Insgesamt besitzen 3616 Menschen in MV einen „Kleinen Waffenschein“. In Brandenburg stieg die Zahl von 6491 im Jahr 2014 bis Ende Oktober dieses Jahres auf 6809.

Der Erwerb und Besitz von Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen ist frei. Nur wer diese Waffen auch in der Öffentlichkeit bei sich tragen will, benötigt den Kleinen Waffenschein.

Er wurde mit der Änderung des Waffengesetzes im Jahr 2002 eingeführt. Viele Voraussetzungen müssen nicht erfüllt sein: „Der Antragsteller muss das 18. Lebensjahr vollendet und nach dem Waffengesetz die ,erforderliche Zuverlässigkeit‘ und ,persönliche Eignung‘ haben“, erläutert die Sprecherin des Innenministeriums MV, Marion Schlender. Eine Begründung für den Antrag werde nicht verlangt. Daten darüber, wie viele Anträge abgelehnt wurden, liegen dem Ressort in Schwerin nicht vor – zuständig sind die Ordnungsbehörden der Kreise.

 

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