Polizeimonopol schwindet:

Bürger wollen sich öfter selbst wehren

In Rostock gibt es sie schon, im Grenzgebiet scheint es nur noch eine Frage der Zeit: Die Gründung von Bürgerwehren wird immer ernster diskutiert. Vertreter aus Politik und Polizei sehen die Entwicklung mit Sorge.

Private Bürgerwehren, die mit Hunden und Waffen unterwegs sind? Anwohner hätten sie gern, doch Politik und Polizei warnen eindringlich davor.
Uli Deck Private Bürgerwehren, die mit Hunden und Waffen unterwegs sind? Anwohner hätten sie gern, doch Politik und Polizei warnen eindringlich davor.

Können sich die Bürger noch auf die Polizei als Garant für Sicherheit und Ordnung verlassen? Diese Frage stellen sich insbesondere im grenznahen Raum immer mehr Menschen. Weil sie sich um ihre Sicherheit sorgen, werden Überlegungen zur Gründung von Bürgerwehren wieder konkreter.

Nicht fehlende Kraft sondern zu wenig Personal macht die Gewerkschaft der Polizei (GdP) dafür verantwortlich, dass die Bürger den Beamten immer weniger vertrauen. "Ich kann die Überlegungen der Bürger teilweise sogar verstehen. Dennoch ist die Entwicklung sehr gefährlich", sagt Marco Bialecki, Vorsitzender der GdP-Kreisgruppe Anklam. Aus seiner Sicht kann einzig der Aufbau von Personal das Misstrauen entschärfen. "Das Gewaltmonopol der Polizei gehört zum Rechtsstaat, da kommt keine Luft dazwischen", so Bialecki.

Das würde auch Innenminister Lorenz Caffier (CDU) unterschreiben. Er warnte zuletzt, Selbstjustiz in Form von Bürgerwehren könnten andere Menschen gefährden. Anlass waren Berichte über die selbsternannte "Bürgerwehr Rostock". Unter diesem Namen patrouillieren seit mehreren Monaten vorrangig junge Männer durch ein Rostocker Plattenbaugebiet. Zu ihrer Ausrüstung zählen auch Gaspistole und Schlagstock.

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