Sätze mit Zündstoff:

Bürgermeister will keine Flüchtlinge im schmucken Küstenort

CDU-Mann Hagemeister nimmt kein Blatt vor den Mund: Asylbewerber in seiner schönen Osteeurlauberort? Mit ihm nicht.

"Zimmer frei", aber nicht für Flüchtlinge. Als erster Bürgermeister in MV lehnt Horst Hagemeister (CDU) die Aufnahme von Asylbewerbern ab.
Arno Burgi "Zimmer frei", aber nicht für Flüchtlinge. Als erster Bürgermeister in MV lehnt Horst Hagemeister (CDU) die Aufnahme von Asylbewerbern ab.

Keine Flüchtlinge im Ostseeurlauberort Börgerende-Rethwisch bei Heiligendamm: Als erster Bürgermeister in MV lehnt Horst Hagemeister (CDU) die Aufnahme von Asylbewerbern ab. „Sie könnten unsere Feriengäste abschrecken. Ich will in meiner Gemeinde keine Flüchtlinge haben“, sagte er am Mittwoch dem Nordkurier. Der Christdemokrat hat noch mehr Sätze auf Lager, die Zündstoff bergen: „Asylbewerber im Ort bringen immer Einschränkungen mit sich. Es will sich aber keiner einschränken.“

Die Leute in Börgerende hätten Angst, dass das öffentliche Leben gestört werde und Unterkünfte gäbe es in der Kommune ohnehin nicht: „Ich habe keine. Ferienhäuser und -wohnungen sind auch keine Alternative. Erstens weiß ich nicht, ob sie zur Saison wieder raus sind und zweitens weiß ich nicht, in welchem Zustand die Wohnungen dann sind.“ Zuerst hatte die Ostseezeitung über die Weigerung Hagemeisters berichtet.

Gesetzliche Unterbringungspflicht

„Völlig inakzeptabel“ kritisiert nun die Vizechefin der SPD-Fraktion im Landtag, Stefanie Drese: „Der Bürgermeister offenbart damit eine menschliche Kälte, die einen gefrieren lässt.“ Hagemeister stelle sich mit seiner dumpfen Parole aber auch gegen gesetzliche Regelungen. Denn die Schaffung von Unterkünften sei eine Gemeinschaftsaufgabe von Bund, Ländern und Gemeinden. Eine Stellungnahme des Städte- und Gemeindetages MV war am Mittwoch nicht zu erhalten.

Deutliche Worte richtet hingegen der Generalsekretär der Landes-CDU, Vincent Kokert, an seinen Parteifreund: „Bund, Länder und Kommunen bilden bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise eine Solidargemeinschaft. Die Unterbringung ist Aufgabe der Kommunen und da muss es eine faire Verteilung geben. Alle Kommunen müssen sich bei der Suche nach geeigneten Unterbringungsmöglichkeiten aktiv einbringen.“

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