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Bund pocht auf Weiterbau der A20

Das Bundesverkehrs­ministerium tritt dem Land Schleswig-Holstein auf die Füße und fordert: Baurecht muss her! Wird es nur eine kurze Atempause für die Fledermäuse geben?

Die Gegner des Weiterbaus der A20 sehen den Bestand eines europaweit bedeutenden Fledermausvorkommens gefährdet.
Carsten Rehder/dpa Die Gegner des Weiterbaus der A20 sehen den Bestand eines europaweit bedeutenden Fledermausvorkommens gefährdet.

Das Bundesverkehrsministerium pocht auf einen schnellen Weiterbau der Ostseeautobahn A 20, nachdem das Bundesverwaltungsgericht das Vorhaben  vorerst gestoppt hatte. „Das Land Schleswig-Holstein ist in der Pflicht, schnellstmöglich das notwendige Baurecht zu schaffen“, erklärte Enak Ferlemann (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesverkehrsminister. „Wir unterstützen den Bau der A 20 weiterhin mit ganzer Kraft.“ Der Bund setze sich dafür ein, „die Nordwestumfahrung Hamburg bald möglich“ zu realisieren. „Dadurch werden wir die Verkehrssituation in der Region verbessern und die Menschen in Hamburg vom Durchgangsverkehr entlasten“, so Ferlemann weiter.

Das Bundesverwaltungsgericht hatte den Planfeststellungsbeschluss des Landesbetriebes Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein für den Neubau der A 20 zwischen Weede bis Wittenborn in Schleswig-Holstein wegen Planungsmängeln gekippt. So sei der Schutz eines großen Fledermausbestandes nicht hinreichend berücksichtigt worden.  Die A 20 verbindet das Autobahnkreuz Uckermark nahe der deutsch-polnischen Grenze bei Stettin mit Lübeck. In Schleswig-Holstein setzt sie sich als „Nord-West-Umfahrung Hamburg“ fort. Geplant ist, sie mit einer ­Elbe-Querung bei Glückstadt bis nach Niedersachsen zu verlängern. Derzeit ist die A 20 kurz vor Bad Segeberg zu Ende.