Verkehrsgemeinschaft bricht auseinander:

Busunternehmen nach Streit allein unterwegs

Die Busbetriebe der Region haben ihren Verkehrsverbund ad acta gelegt. Ein erstes Ergebnis: Die Preise für die Linientickets bleiben vorerst stabil. Allerdings gibt es auch Ausnahmen.

Unterdessen versuchen die Unternehmen, mit neuen Angeboten die Zahl der Fahrgäste zu stabilisieren.
Frank Rumpenhorst Unterdessen versuchen die Unternehmen, mit neuen Angeboten die Zahl der Fahrgäste zu stabilisieren.

In der Region existiert kein gemeinsamer Verkehrsverbund mehr: Die Omnibus-Unternehmen in der Mecklenburgischen Seenplatte und in Vorpommern-Greifswald haben ihre Verkehrsgemeinschaft Müritz-Oderhaff (VMO) aufgelöst. Seit rund 20 Jahren war über die VMO versucht worden, in fünf Landkreisen und der Stadt Neubrandenburg den Linienverkehr mit Bussen zu koordinieren. „Wir konzentrieren uns jetzt auf die Ebene der neuen Großkreise“, sagte Dirk Zabel, Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Greifswald mit Sitz in Torgelow. Zwischen den Unternehmen seien Kooperationsverträge geschlossen worden, um die Tickets bei Fahrten über die Kreisgrenzen hinweg gegenseitig anzuerkennen. Darüber hinaus sollen die Fahrpläne abgestimmt werden.

Nach Nordkurier-Informationen ist die Verkehrsgemeinschaft Müritz-Oderhaff auch wegen der Meinungsverschiedenheiten über die künftigen Bustarife auseinandergebrochen. Während ein Teil der beteiligten Unternehmen wie in den Vorjahren die Preise zum 1. Januar dieses Jahres erhöhen wollte, stellten sich einige Firmenchefs diesen Plänen entgegen. Nach der Trennung verzichten jetzt aber alle Anbieter auf höhere Grundpreise im Linienverkehr. Das Einstiegsticket kostet wie bisher 1,50 Euro. „Wir müssen aufpassen, dass wir den Bogen bei den Fahrpreisen angesichts der geringen Kaufkraft in der Region nicht überspannen“, warnt Torsten Grahn, Chef der Mecklenburgisch-vorpommerschen Verkehrsgesellschaft in Demmin.

Mehr Kosten für Vielfahrer

Allerdings müssen Vielfahrer im Stadtverkehr von Waren und Demmin für ihre Wochen- und Monatskarten seit Jahresbeginn mehr berappen. Ebenfalls teurer wurde das „Reisekomfort-Ticket“ , das die Nutzung von Bus und Bahn mit nur einem Fahrschein gestattet. Auf den zehn angebotenen Verbindungen zum Oberzentrum Neubrandenburg sind die Tickets je nach Gültigkeitsdauer zwischen 50 Cent und fünf Euro teurer geworden.

Auch wenn die Fahrgäste die Auflösung des VMO-Verbundes gar nicht spüren sollen, gibt es auf der Buslinie Neubrandenburg-Demmin trotzdem eine neue Hürde: Beim „Grenzübertritt“ nach Vorpommern-Greifswald und zurück müssen die Passagiere in Jarmen künftig umsteigen.

Unterdessen versuchen die Unternehmen, mit neuen Angeboten die Zahl der Fahrgäste zu stabilisieren. Ab heute schickt die Warener Verkehrsgesellschaft  an Schultagen zweimal täglich zwischen Röbel und Neubrandenburg einen Expressbus auf die Reise, der bis vor das Einstein-Gymnasium der Viertorestadt fährt. „Damit erfüllen wir einen Wunsch vieler Eltern. Wir beobachten, dass immer mehr Schüler nach Neubrandenburg wollen“, begründet Sigrid Leder, Chefin der Personenverkehr GmbH Müritz (PVM), das neue Angebot. 

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